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Wir müssen aufhören über den Klimawandel nur zu diskutieren, wir müssen etwas unternehmen!

Hochkarätige Referenten auf dem 4. Bioenergietag im Oberland. Unter anderem präsentiert Prof. Dr. Drösler, Ko-Autor des 4. Sachstandsbericht zum Klimawandel aktuelle Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Region.

Hochkarätige Referenten auf dem 4. Bioenergietag im Oberland. Unter anderem präsentiert Prof. Dr. Drösler, Ko-Autor des 4. Sachstandsbericht zum Klimawandel aktuelle Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Region.

Penzberg. Es ist erstaunlich, dass es trotz des erwiesenen Beitrags des Menschen zur globalen Klimaerwärmung und der sich klar abzeichnenden Auswirkungen immer noch Skeptiker in unserer Gesellschaft gibt, die den Klimawandel anzweifeln. Welche Auswirkungen die unausweichlichen Veränderungen des Klimas auf unsere Region haben und welche Maßnahmen zu ergreifen sind, präsentierten Experten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und des Fraunhofer Instituts für Bauphysik, Holzkirchen, auf dem 4. Bioenergietag im Oberland, der von der „Energiewende Oberland-EWO" organisiert wurde.

Über 50 Teilnehmer kamen in die Stadthalle nach Penzberg und informierten sich über die laufenden Projekte der „Energiewende Oberland". Gleich zwei Projekte wurden präsentiert. Zum Auftakt der Veranstaltung berichtete Elisabeth Kohlhauf aus dem Projekt Bioenergieregion Oberland (BERO 2.0), welches vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wird. Frau Kohlhauf präsentierte beeindruckende Zahlen. So beträgt die regionale Wertschöpfung durch Bioenergie in den Landkreisen Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau bereits heute rund 25 Mio. Euro.

Ellen Esser vom EU-geförderten Projekt SEAP_Alps zeigte auf, dass es nötig sei, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel miteinander zu verknüpfen. Das Projekt SEAP_Alps nimmt sich genau diesem Thema an und setzt es derzeit mit den beiden Pilotkommunen Geretsried und Weyarn in die Praxis um.

Highlights der Veranstaltung waren sicherlich die aktuellen Erkenntnisse aus der Forschung zum Thema „Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Region und mögliche Anpassungsstrategien". Prof. Dr. Drösler von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf referierte zum Thema „Klimawandel und Moore". „Wir müssen aufhören über den Klimawandel zu diskutieren, wir müssen etwas unternehmen", so Drösler in seinem Vortrag. Beispielsweise speichern Moore bis zu 30mal mehr CO2 im Boden als andere Bodenarten und haben so einen signifikanten Einfluss auf das Klima.

Prof. Dr. Rothe, ebenfalls von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, zeigte auf, welches Energieholzpotential aus den heimischen Wäldern nachhaltig genutzt werden kann. „Wir können ungefähr zwei Drittel der nachwachsenden Waldbiomasse für die Verwertung verwenden", so der gelernte Förster und Waldexperte. „Ein Drittel bleibt im Wald, beispielsweise zur Sicherung des Nährstoffhaushaltes, als Totholzanteil oder durch Ernteverluste." Laut seinen Ausführungen hat die Nutzung der Holzenergie in den vergangenen Jahren stark zugenommen, die Gefahr einer Übernutzung besteht derzeit jedoch nicht. Rothe geht davon aus, dass in Bayern ca. acht Prozent der zur Verfügung stehenden Bioenergie nachhaltig genutzt werden können. „Derzeit stehen wir bei ungefähr sechs Prozent", so Rothe in seinem Vortrag.

Den Abschluss des Vortragsnachmittags bildete Dr. Wolfgang Zillig vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik. Der Sanierungsexperte geht beispielsweise davon aus, dass in Zukunft Räume zunächst nur noch bis ca. 18 Grad grundtemperiert werden, bei einer Nutzung aber umgehend mit Hilfe entsprechender Sensorik auf die voreinge-stellte Wohlfühltemperatur erhöht wird. Besonders interessant waren seine Ausführungen zu einer neuen Dämmtechnik mit magnesitgebundenen Platten aus dem nachwachsenden Rohstoff Typha (Rohrkolben). Gerade in Verbindung mit Moorrenaturierungen wäre diese Dämmtechnik eine zukunftsweisende Technologie, auch fürs Oberland.

Rundum waren die Organisatoren der Energiewende Oberland sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Wann und wo in Ihrer Nähe eine Veranstaltung zum Thema Energiewende im Oberland stattfindet finden Sie unter Termine.