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Neuer Mitarbeiter der EWO: Julian Bothe erarbeitet Akteursanalyse im Rahmen von INOLA

Neuer Mitarbeiter der EWO: Julian Bothe erarbeitet Akteursanalyse im Rahmen von INOLA

Seit Mitte Januar ist Julian Bothe als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen des Projekts INOLA für die Energiewende Oberland aktiv. Um zu einem nachhaltigen Land- und Energiemanagement auf regionaler Ebene zu gelangen, braucht es nicht nur technische Innovationen. Viele soziale Prozesse und vielfältige Entscheidungen von ganz verschiedenen Menschen und Organisationen sind notwendig, um zum Ziel der  Energiewende im Oberland zu gelangen. Dies in einer sogenannten „Akteurs- und Governanceanalyse“ zu untersuchen ist momentan Aufgabe von Julian Bothe.

Julian, magst Du dich kurz vorstellen?

Ich bin studierter Geograph und Sozialwissenschaftler. Nach einem Bachelorstudium in Osnabrück habe ich das Masterstudium Geographie „Globale Transformationen und Umweltveränderungen“ an der Universität in Hamburg absolviert und danach einige Zeit in Hamburg als Wissenschaftler im Bereich Stadtplanung gearbeitet. Jetzt bin ich für die neue Stelle nach München gezogen.

Kannst du kurz beschreiben, was Deine Tätigkeit im Rahmen von INOLA ist?

Im Arbeitsvertrag steht „Akteurs- und Governance-Analyse“ (lacht). Das hört sich erst einmal unverständlich an, aber dahinter stecken vor allem zwei einfache Fragen: Wer ist eigentlich wichtig für die Energiewende im Oberland? Und: Wie interagieren diese Akteure miteinander? Dahinter steckt die Vorstellung, dass ein gesellschaftliches Projekt wie die Energiewende nicht einfach nur durch eine politische Entscheidung „verordnet“ werden kann. Vielmehr müssen die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und Akteure auch jenseits der formalisierten Politik  einbezogen werden. Dies passiert im Oberland beispielsweise durch die Fachbeiräte Energie/Klimaschutz in den einzelnen Kreisen. „Akteure“ sind dabei Verbände und Organisationen, aber auch Unternehmen im Energiesektor und darüber hinaus und Institutionen wie Stadt- und Gemeinderäte. Die Basis bilden aber natürlich die einzelnen Menschen – beispielsweise weil sie Meinungen zur Zukunft der Region und ihrer Energieversorgung haben,  weil sie sich vernetzen und Meinungen prägen, weil sie Energie verbrauchen oder erzeugen oder sich beispielsweise für eine Sanierung ihres Hauses entscheiden.

Was bedeutet das konkret? Was ist Deine alltägliche Arbeit?

Am Anfang war und bin ich natürlich erst einmal damit beschäftigt, die Region kennenzulernen. Dazu war ich schon auf einigen Veranstaltungen. Daneben habe ich mich beispielsweise im Internet in die Debatten eingelesen, die es in der Region gab und gibt. Im Moment fange ich an, die Interviews auszuwerten, die in den letzten Jahren schon geführt wurden – beispielsweise mit den Energieversorgungsunternehmen, oder auch beispielsweise mit dem Bauernverband oder Tourismusverbänden. Außerdem ist das Oberland mit vielen Herausforderungen natürlich nicht allein. Deshalb lese ich auch viel, was zu anderen Regionen geschrieben wurde, und wie die wissenschaftlichen Diskussionen zum Thema Energiewende aussehen.

Und wie geht es jetzt weiter?

Mit der Auswertung der Interviews werde ich noch eine Weile beschäftigt sein, werde aber sicherlich auch noch das eine oder andere Interview selbst führen. Dann werde ich vermehrt auf den Veranstaltungen in der Region auftauchen. Erstes Ziel ist jetzt aber erst einmal eine Übersicht zu erstellen, welche Akteure und Akteursgruppen es in der Region gibt. Dies wird noch ein bisschen dauern, wird dann aber hoffentlich bald auch auf der Homepage veröffentlicht.

Vielen Dank!