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Impulse für die Umsetzung der Energiewende im Oberland

Impulse für die Umsetzung der Energiewende im Oberland
Ulrich Hach (stehend; Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie) appelliert an Kommunen die Unterstützungsangebote des Freistaats für die Energiewende vor Ort zu nutzen.
Energiewende Oberland veranstaltet 7. Interkommunales Energieforum im Rathaus Geretsried

In bereits bewährter Tradition lud die Energiewende Oberland am 28. Juni 2016 zum Interkommunalen Energieforum ein, das dieses Mail auch der Start für das neue Interreg Alpenraumprojekt PEACE_Alps war. Wie bei vergangenen Foren standen ein aktuelles Thema und der dazugehörige Austausch unter den Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Ehrenamt im Fokus. Das 7. Forum dieser Art widmete sich dem Thema „Effiziente Umsetzung von Energie- und Klimaschutzkonzepten in den Städten und Gemeinden des bayerischen Oberlandes“. Motivierende Grußworte sprachen Hausherr, Bürgermeister Michael Müller (Geretsried) und Landrat Josef Niedermaier (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen).

Als hochkarätige Referenten konnte die Energiewende Oberland Stefan Graf, Referent für Energierecht und Energiepolitik, Breitband des Bayerischen Gemeindetags und Ulrich Hach, Abteilung Erneuerbare Energien, Energieeffizienz des Bayerischen Wirtschaftsministeriums gewinnen. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit der Vorstellung des im Rahmen eines EU-Vorhabens geförderten Projekts „PEACE_Alps“, an dem die Energiewende Oberland maßgeblich beteiligt ist und in dem durch die Bündelung von Maßnahmen zur Umsetzung von Aktionsplänen die Energiewende im Alpenraum vorangetrieben werden soll.

Energiewende aus Sicht des Bayerischen Gemeindetags

„Kommunen besitzen große Chancen bei der Bündelung von Ausschreibungen zur Energiebeschaffung“, betonte Stefan Graf in seinem ausführlichen Vortrag. Durch die Zusammenfassung von Ausschreibungen ist es bereits Kommunen gelungen die Preise für beispielsweise Strom um ca. 50 Prozent zu reduzieren. Auch die Straßenbeleuchtung biete laut Graf großes Potenzial für Kommunen die Energiewende vor Ort voranzutreiben. Zentral sei jedoch die Erstellung eines Energienutzungsplans, um die individuelle Situation der Gemeinden zu analysieren und konkrete Maßnahmen für die Umsetzung zu entwerfen. Herausforderungen für Kommunen sieht Graf in der Elektromobilität. „Elektromobilität wird kommen“, so Graf, stellt jedoch keine Aufgabe der Daseinsvorsorge dar. Für die Anschaffung von E-Fahrzeugen für Kommunen stellt der Bund Fördermittel zu Verfügung.

Aus der Praxis: Umsetzung von Energie- und Klimaschutzkonzepten im Oberland

Andreas Scharli, Energiemanager des Kompetenzzentrum der Energiewende Oberland, gab anschließend einen Kurzbericht zum aktuellen Stand der Umsetzung verschiedener Klimaschutz- und Energiekonzepte im Oberland. „Entscheidend ist, dass das erstellte Konzept nicht in die Schublade wandert, sondern wenn die richtige Gelegenheit sich bietet, parat liegt und wichtige Hilfestellung bei der Diskussion und Umsetzung liefert.“, berichtet Scharli aus der Praxis.

Unterstützung durch das Bayerische Wirtschaftsministerium

Ulrich Hach wies auf die vielfältigen Unterstützungsangebote des Bayerischen Wirtschaftsministeriums hin. Neben der Förderung von Energienutzungsplänen gibt es aktuell die Möglichkeit für Kommunen auch die Umsetzungsbegleitung mit 70 Prozent durch den Freistaat bezuschussen zu lassen. Hach appellierte an die Kommunen ebenfalls die Fortbildungsangebote der Bayerischen Verwaltungsschule zu nutzen, wie beispielsweise das Qualifikationsprojekt „Kommunaler Energiewirt“.

EU-Projekt: PEACE_Alps vorgestellt

Ellen Esser, Projektkoordinatorin bei der Energiewende Oberland präsentierte im Anschluss das durch den europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des INTERREG-Alpenraumprogramms geförderte Projekt „PEACE_Alps“. „Unser Projekt widmet sich der Fragestellung, wie Kommunen im Alpenraum durch Bündelung von Maßnahmen bei der Umsetzung von Klimaschutz- und Energiekonzepten unterstützt werden können“, erklärt die Projektmanagerin. Die konkrete Umsetzung soll im Oberland durch Bündelung von Aktionen insbesondere in den Bereichen Energiemonitoring, Anpassung an den Klimawandel, Energetische Sanierung öffentlicher Gebäude und der Straßenbeleuchtung sowie Klimaanpassungs-Strategien effizienter gestaltet werden.

Während der Veranstaltung wurden die Teilnehmer in einer Live-Umfrage zur Bedeutung verschiedener Bereiche der Energiewende befragt. Öffentlichkeitsarbeit und energetische Gebäudesanierung führten die Rangliste an; dicht gefolgt von Energieeffizienz, Erzeugung Erneuerbarer Energie und Energiemanagement. Öffentliche Beleuchtung und Verkehr wurden als weniger bedeutend eingestuft, dürften jedoch nicht außer Acht gelassen werden.

Größte Herausforderung bleibt: Das liebe Geld

Wie fast erwartet, liegt die größte Herausforderung bei der Umsetzung in der Bereitstellung der finanziellen Mittel. Doch auch die politische Durchsetzbarkeit in den Kommunen wurde als möglicher Stolperstein für die Energiewende benannt. „Die überregionalen politischen Rahmenbedingungen sind nicht die allerbesten, zur Zeit“, kommentierte Stefan Drexlmeier, Leiter der Geschäftsstelle und Moderator der Veranstaltung, das Ergebnis, „aber die Energiewende ist auf regionaler und kommunaler Ebene nicht mehr zu stoppen. Durch die Erstellung von Energienutzungsplänen schaffen bereits viele Gemeinden und Städte im Oberland eine solide Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende bis zum Jahr 2035.“.