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Großes Bürgerinteresse an Geothermie-Projekt in Weilheim

Großes Bürgerinteresse an Geothermie-Projekt in Weilheim

Die Stadthalle Weilheim war mit über 200 Besuchern gut gefüllt, als am Dienstag, den 22. März die Betreiber der zukünftigen Geothermie-Anlage in der Weilheimer Lichtenau zum Informationsabend mit Bürgerdialog geladen hatten. Das Projekt, das bereits seit 2007 in Weilheim von der Erdwärme Oberland GmbH verfolgt wird, hat mit der italienischen ENEL Green Power einen internationalen und finanzstarken Partner an die Seite bekommen. So hat ENEL bereits 38 Geothermie-Projekte in Europa und Amerika auf den Weg gebracht und kann auf eine über 100-jährige Firmengeschichte in Sachen Erdwärme-Nutzung zurückblicken.

"Die geologischen Voruntersuchungen in der Lichtenau bei Weilheim sind vielversprechend", wie Dr. Markus Wiendieck von Erdwärme Oberland erläuterte. Bis zu 141 Grad heißes Wasser wird in 4000 m Tiefe erwartet. Die Probebohrungen sollen bereits im Sommer dieses Jahres beginnen. Wenn die Prognosen zutreffen, wird hier Deutschlands leistungsstärkste Geothermie-Anlage mit einer Stromerzeugung von 24 MW Strom entstehen.

Der Bürgerdialog wurde von einem Podium aus hochkarätigen Experten unterstützt und von Stefan Drexlmeier von der Energiewende Oberland moderiert. Über das Internet hatten etliche Bürger vorab Fragen formuliert, auf die im Anschluss an die Kurzvorträge der Betreiber von den Fachleuten auf dem Podium eingegangen wurde.

Als Sprecher des Weilheimer Agenda 21 Arbeitskreises „Energie und Klimaschutz“ befürwortete Prof. Stefan Emeis die Möglichkeit der geothermischen Energiegewinnung. “Wir haben zwar noch einen langen Weg vor uns, vor allem was den Energieverbrauch für Wärme und Mobilität betrifft, aber beim Strom können wir durch die Geothermie-Anlage einen guten Schritt in Richtung Energiewende vorankommen.“, so Prof. Emeis. Auch Dr. Erwin Knapek, ehemaliger Bürgermeister von Unterhaching, der in seiner Gemeinde die Nutzung der Tiefengeothermie maßgeblich auf den Weg gebracht hatte, konnte viele fachliche Themen anschaulich erläutern. Von ihren Erfahrungen und umfangreichen Kenntnissen zu bisherigen Geothermieprojekten konnte auch Podiumsteilnehmerin Prof. Dr. Inga Möck vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik berichten. Unter Anderem ging sie auf die geologischen Formationen im oberbayerischen Molassebecken ein, das sich im Gegensatz zu anderen Gebieten, wie z.B. dem Oberrheingraben, hervorragend für die Nutzung der Erdwärme eignet.

An diesem Abend konnten viele, jedoch sicherlich nicht alle Fragen beantwortet werden. Daher besteht für alle Interessierte auf der Webseite der Erdwärme Oberland die Möglichkeit, Fragen an die Betreiber zu richten.