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Nahwärmeversorgung in Valley spart ca. 120.000 Liter Heizöl jährlich!

Max-Georg Graf von Arco und Gräfin Monica von Arco im Fachgespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Seiler

Max-Georg Graf von Arco und Gräfin Monica von Arco im Fachgespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Seiler

Mit adeliger Unterstützung wurde am Samstag, den 18.10.2014 die Heizzentrale zur Nahwärmeversorgung Valley in Betrieb genommen. Die ehemalige Remise des Schloß Arco auf Valley wurde mit einem Biomassekessel sowie einem großen Hackschnitzelbunker ausgestattet. Die Energiewende Oberland unterstützte das Vorhaben der Gemeinde durch Erfahrungen bei der Initiierung von Dorfheizungen.
Finanziell konnten umfangreiche Fördermittel aus dem Programm 271/281 "Erneuerbare-Energien-Premium" der KfW-Bank für das Projekt akquiriert werden, so dass die Investitionen von der Gemeinde Valley leichter zu stemmen waren.


Ausgangspunkt für dieses Projekt  war das Einheimischenmodell, das die Gemeinde Valley  zur Bebauung des Hoffeld 2 im Jahr 2012 auf den Weg gebracht hat. Dieses Neubaugebiet sollte mit einer gemeinsamen Hackschnitzelheizung komplett mit Wärme versorgt werden. Technisch kein Problem; wirtschaftlich jedoch kaum durchzuführen, weil neue Häuser wenig Wärme benötigen. Mit Unterstützung des Kompetenzzentrums der Energiewende Oberland wurden im Februar 2013 die umliegenden Liegenschaften untersucht und potenzielle Wärmekunden ausfindig gemacht. Für Bürgermeister Andreas Hallmannsecker war schnell klar, dass sowohl die Grundschule als auch der Kindergarten der Gemeinde sich für den Anschluss ans Wärmenetz eignen. Als sich die Verwaltung des Schloss Arco ebenfalls für das Projekt interessierte, schien das Projekt auch wirtschaftlich in trockenen Tüchern. Vorverträge wurden ausgearbeitet und mögliche Planer in den Gremien der Gemeinde gehört.


Bei genauerer Prüfung der Wirtschaftlichkeit stellte sich jedoch im Dezember 2013 heraus, dass für die Leitungslänge von über einem Kilometer doch zu wenig Wärme verkauft werden kann. Damit müssten entweder hohe Wärmepreise angesetzt  oder weitere Kunden gewonnen werden. Trotz sinkenden Gaspreisen konnte Bürgermeister Hallmannsecker weitere Anlieger der Graf-Arco-Straße von dem Vorhaben begeistern. Zudem wurden Pläne bekannt, dass am Schloss selbst nicht nur die bestehenden Wohnungen mit Wärme versorgt werden sollen, sondern das ehemalige Brauhaus als Schaubrauerei wieder aktiviert werden soll. 


Unter diesen Bedingungen plante die Gemeinde selbst nun den zukünftigen Betreib der Wärmeversorgung Valley. Tatkräftig kümmerten sich die Mitarbeiter des Rathauses um Zuschüsse, Ausschreibungen, Planungsverträge. Unter der Bauleitung von Ingenieur Rainer Kappelar wurde das Projekt in sehr kurzer Bauzeit termingerecht erstellt. So können sowohl die Neubaukunden als auch Bestandsgebäude, die Schule und der Kindergarten ab jetzt mit regenerativer Wärme versorgt werden. Jährlich werden  damit ca. 120.000 l Heizöl eingespart: Ein wertvoller Beitrag für die Energiewende im Oberland. Und so ist zusätzlich zum Orgelmuseum und  der Schlossgaststätte im Schloss auf Valley auch ein sehenswertes Heizhaus entstanden.