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5. Bioenergietag im Oberland

5. Bioenergietag im Oberland

Penzberg, 16. Juli 2015.

Das traditionelle, oberbayerische Landschaftsbild mit seinen grünen Wiesen, Bergen und Wäldern prägt die drei Stifterlandkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau der Energiewende Oberland. Die Nutzung von Biomasse zur Wärme- und Stromerzeugung ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Energiewende 2035. Daher konnte in den letzten sechs Jahren dank der Förderung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Projekt „Bioenergieregion Oberland“ ein besonderer Schwerpunkt auf Energiegewinnung durch Biomasse gelegt werden.

Hintergrund zum Projekt „Bioenergieregion Oberland“

Die Bürgerstiftung bewarb sich 2008 für das Förderprojekt „Bioenergieregionen“ und wurde aus insgesamt 210 Bewerbern neben 24 weiteren Regionen ausgewählt. 2012 wurde ein Folgeprojekt ausgeschrieben und die „Bioenergieregion Oberland“ erhielt erneut den Zuschlag.
In der ersten Förderphase stand vor allem der Aufbau von Netzwerken, Öffentlichkeitsarbeit zur Bioenergie und die Potenzialanalyse für Bioenergieerzeugung und -nutzung im Vordergrund. Seit 2012 wurden die Schwerpunkte auf die Steigerung der Energieeffizienz und der regionalen Wertschöpfung durch Bioenergie, sowie den Erfahrungsaustausch mit dem Landkreis Weilheim-Schongau gesetzt.
Träger der zweiten Förderphase ist das EWO-Kompetenzzentrum Energie EKO e.V. Dieser im Rahmen des ersten Projektabschnittes angedachte und 2012 gegründete Verein und dessen Mitglieder rücken gezielt die Umsetzung von Projekten und Maßnahmen in den Vordergrund.
Die Co-Finanzierung des Förderprojektes erfolgte durch die Unterstützung der Raiffeisenbanken und Sparkassen der drei Landkreise.

Wichtige Handlungsfelder der zweiten Förderphase des Projektes

1) Steigerung der Energieeffizienz

Um das Ziel der Energiewende bis 2035 zu erreichen ist eine Steigerung der Energieeffizienz um 10-15% pro Dekade, gemittelt über alle Verbraucher, erforderlich. Daher wurden verschiedene Kampagnen und Beratungsangebote im Rahmen des Projektes umgesetzt.

„Richtig dämmen“ – Kampagne zur energetischen Gebäudesanierung 2013
Mit der Kampagne „Richtig dämmen“ wurden in der Kooperation mit Unternehmen und Handwerkern, Banken und Energieberatern aus der Region zahlreiche Informationsabende zum Thema energetische Gebäudesanierung veranstaltet.

 „Fischbachau spart Strom“ – Kampagne zum Stromsparen 2014/2015
Jüngste Aktion zur Energieeffizienz ist die Stromsparoffensive. Um für den bewussten Umgang im Hinblick auf die Stromnutzung zu sensibilisieren und somit die Ziele der Region bei der Stromeinsparung zu erreichen, wurden im Rahmen des Projekts „Fischbachau spart Strom“ Pilothaushalte, Gastgewerbe und landwirtschaftliche Betriebe ein Jahr lang begleitet und wertvolle Erkenntnisse für die praktische Umsetzung der Stromsparziele gesammelt. Die Kampagne wird im Jahr 2015 auf die Kommunen der Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau ausgeweitet.

Kooperation mit der Verbraucherzentrale Bayern - Eröffnung von sechs Energieberaterstützpunkten
Ein wichtiger Meilenstein war die Eröffnung von Energieberatungsstützpunkten in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Bayern. An sechs Standorten und deren Umland finden kostengünstige Initial-Beratungen zu den Themen Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien für Bürgerinnen und Bürger im Oberland statt.

2) Datenerhebung Biomasse – Regionale Wertschöpfung

Wichtigstes Handwerkszeug der Bioenergieregion Oberland sind nach wie vor Studien zum Energieholzpotenzial im Privat- und Kommunalwald der drei Landkreise. Mit Veröffentlichung der dritten Bundeswaldinventur im Jahr 2014 konnten die Ergebnisse der vorhandenen Studien bestätigt werden: es wurde deutlich, dass sogar eine intensivere Nutzung des Energieträgers Holz unter nachhaltigen Gesichtspunkten möglich ist.

3) Pilotanlagen aus der Region

Ein wichtiger Baustein des Projektes war die Identifizierung und Verbreitung von Praxisbeispielen der Bioenergienutzung, wie beispielsweise die Pferdemistvergärungsanlage in Reichersbeuern. Das Kompetenzzentrum berät und begleitet mögliche Interessenten, politische Gremien sowie Investoren und versteht sich als Motor für Energiewendeprojekte in der Region. Die Erarbeitung der Planung, der Betrieb und die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt durch regionale Dienstleister.

Holzvergasermotoren
Im Rahmen des Projektes wurden die Standorte von 11 Holzvergaser-Motoren in der EWO-Region ermittelt. Mit zahlreichen Exkursionen und Führungen konnte beispielsweise gezeigt werden, dass mithilfe von Restholz regionaler Strom und Wärme erzeugt werden kann.

Dorfheizungen
Dorfheizungen stellen ein weiteres wichtiges Handwerkszeug zur Nutzung von Bioenergie in der Region dar. Im Rahmen des Projekts „Bioenergieregion Oberland“ wurden mögliche Standorte untersucht und Hersteller innovativer Anlagentechnik, Investoren, Kommunen, Anlieger und mögliche Betreiber vernetzt. Im Fokus der Untersuchung lagen kompakte Ortskerne mit älterem Gebäudebestand und meist hohem Wärmebedarf. Mit dem Modell der Dorfheizung können so auf engem Raum liegende Gebäude unter wirtschaftlich attraktiven Bedingungen durch ein zentrales holzbefeuertes Heizwerk versorgt werden.

4) Kooperation mit der Zwillingsregion Weilheim-Schongau

Durch den Beitritt des Landkreises Weilheim-Schongau zur Energiewende Oberland Bürgerstiftung Anfang 2012 ergab sich in der zweiten Förderphase die Möglichkeit, die im Bereich „Bioenergie“ geschaffenen Netzwerke Projekte zu übertragen bzw. an die dort bestehenden Bedingungen anzupassen. Zum anderen konnten wichtige Erkenntnisse aus der Zwillingsregion wie z.B. im Bereich Biogas auf das Gesamtgebiet übertragen werden.

Interkommunales Energieforum
Mit bisher fünf interkommunalen Energieforen konnten speziell für Kommunen Themen wie z.B. Kommunalisierung von Stromnetzen oder Brandschutz näher beleuchtet werden. Die Wirtschaftsförderung des Nachbarlandkreises hatte das Format „kommunale Energieforen“ eingeführt. Die Bioenergieregion Oberland konnte diese Idee auf alle drei EWO- Landkreise ausdehnen.

5) Wissenstransfer/Öffentlichkeitsarbeit

Zwischen 2009 und 2015 des Projektes wurden insgesamt sechs Großveranstaltungen und über 80 Fachsymposien und Informationsveranstaltungen durchgeführt. Diese dienten vor allem dem Wissenstransfer und der Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Bioenergie. So wurden beispielsweise jährliche Fachtagungen (Bioenergietag) mit hochkarätigen Referenten aus dem Bereich Bioenergie organisiert. Ein wichtiger Baustein waren auch Schulbesuche zum Thema Bioenergie, Exkursionen und die Teilnahme an zahlreichen Messen in der Region.

Projektabschluss

Ende Juli endet die zweite Förderphase des Projekts „Bioenergieregion Oberland“. Das EWO-Kompetenzzentrum Energie und die Energiewende Oberland werden aber auch in Zukunft die Bioenergienutzung als wichtigen Baustein der Energiewende weiter vorantreiben.

 Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter:

www.bioenergieregion-oberland.de

Informationen zum EWO-Kompetenzzentrum Energie finden Sie unter:

kompetenzzentrum-energie.info

 Ansprechpartner für die Presse:

Andreas Scharli

Energiemanager,
Projekt Bioenergieregion Oberland
EWO-Kompetenzzentrum Energie EKO e.V.

08856/805 36 20

scharli@kompetenzzentrum-energie.info 

Stefan Drexlmeier,

Geschäftsführender Vorstand, 
EWO-Kompetenzzentrum Energie EKO e.V.

08856/805 36 10

drexlmeier@kompetenzzentrum-energie.info