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Feierliche Auszeichnung der Stadt Geretsried als „Energiewende-Kommune 2014“ im Oberland

Feierliche Auszeichnung der Stadt Geretsried als  „Energiewende-Kommune 2014“ im Oberland
v.l.n.r.: Staatsministerin Ilse Aigner, Landrat Josef Niedermaier, Prof. Dr. Wolfgang Seiler (EWO), Bürgermeister Michael Müller

Staatsministerin Ilse Aigner enthüllt das Schild am Rathaus der Stadt gemeinsam mit Bürgermeister Michael Müller, Landrat Josef Niedermaier und Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Wolfgang Seiler (Energiewende Oberland).

Geretsried/Penzberg. Um herausragendes Engagement von Kommunen im Bereich Energiewende zu honorieren, vergibt die Energiewende Oberland die Auszeichnung „Energiewende-Kommune 2014". Unter den eingegangenen Bewerbungen wurde von einer Jury die Stadt Geretsried zur Siegerin gekürt. Die Stadt setzt die Energiewende vor Ort strategisch um und verfügt über ein ganzheitliches Konzept zur Energiewende. Bereits mehrere konkrete Maßnahmen im Bereich Energieeinsparung wurden erfolgreich umgesetzt. Zudem sind Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des entwickelten Stadtleitbilds aktiv an der Weiterentwicklung und Umsetzung beteiligt, erklärte Prof. Dr. Wolfgang Seiler, Vorstandsvorsitzender der Energiewende Oberland.

Zur feierlichen Enthüllung des Schilds „Energiewende-Kommune 2014", welches das Rathaus in Zukunft schmücken wird, kam die Schirmherrin der Auszeichnung, Staatsministerin Ilse Aigner persönlich und beglückwünschte die Stadt.

„Energiewende ist viel mehr als Stromtrassen"

„Energiewende ist viel mehr als Stromtrassen", erklärte die Staatsministerin in Ihrer Rede im Rahmen der Feierlichkeit. Großes Potenzial sieht die bayerische Wirtschaftsministerin beim Blick auf die Energiewende in der Einsparung von Energie und hierbei vor allem im Bereich des Wärmeverbrauchs. Das Ergebnis des Energiedialogs der Staatsregierung lautete, dass in Zukunft der Strombedarf voraussichtlich auf dem heutigen, hohen Niveau verweilen wird, aufgrund der immer zunehmenden Nutzung von Strom in den anderen Sektoren Wärme und Verkehr. Aus diesem Grund soll beispielsweise nächste Woche ein 10.000 Häuser-Programm im Kabinett verabschiedet werden, um weitere Anreize für die energetische Modernisierung von Privathäusern zu schaffen. In Bayern leisten erneuerbare Energien aktuell bereits einen Beitrag von ca. 35-36% zum Stromverbrauch. Jedoch dürfe, laut Aigner, der verbleibende Anteil an der Stromerzeugung nicht durch Kohlekraftwerke geleistet werden, da dadurch die Klimaschutzziele der Bundesregierung mit Sicherheit nicht erreicht werden könnten. Bayern setzt auf Gaskraftwerke, die schnell zuschaltbare Regelenergie bereitstellen können. Die Staatsregierung will weiterhin Kommunen, wie die Stadt Geretsried, durch Förderprogramme unterstützen. Die Kommunen Bayerns kennen ihre Situation vor Ort am besten und können so einen großen Beitrag zum Gelingen der Gemeinschaftsaufgabe Energiewende leisten, so die Ministerin.

„Die Stadt möchte auch in Zukunft eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnehmen"

Bürgermeister Michael Müller nahm die Auszeichnung zum Anlass, um eine Auswahl der vielzähligen Aktivitäten der Stadt vorzustellen. „Die Stadt Geretsried emittiert jährlich ca. 220.000 Tonnen CO2", so Müller. Dieser Ausstoß teilt sich gleichmäßig zu je einem Drittel auf die Sektoren Gewerbe/Industrie, Privathaushalte und öffentliche Einrichtungen sowie Verkehr. Im Rahmen des integrierten Klimaschutzkonzepts wurden Maßnahmen definiert um diese Emissionen weitestgehend zu reduzieren. Um dieses Ziel Wirklichkeit werden zu lassen wurden beispielsweise die Stelle eines Energiemanagers geschaffen, die Straßenbeleuchtung auf LED-Beleuchtung umgestellt, 34 Gebäude auf Energieeinsparungspotenzial untersucht und neue Gebäude nach hohen Energieeffizienzvorgaben gebaut. Auch das geplante Hallenbad in Geretsried soll neben einer Photovoltaik-Anlage ebenfalls mit einem Blockheizkraftwerk ausgestattet werden. Müller betonte die wichtige Rolle der kommunalen Stadtwerke bei der Umsetzung der Energiewende vor Ort.

„Hut ab vor so viel Engagement!"

Landrat Josef Niedermaier lobte ebenfalls das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, der Unternehmen und der Stadt und motivierte Bürgermeister Michael Müller weiterzumachen und die besagte Vorreiterrolle im und über den Landkreis hinaus einzunehmen.

Die Kriterien für die Auszeichnung: Bürgerbeteiligung, ein ganzheitliches Konzept und pilothafte Umsetzung

Vier Kommunen aus den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen hatten sich um die Auszeichnung beworben. Am Ende entschied sich die Jury der Energiewende Oberland für die Stadt Geretsried als Siegerin der Ausschreibung „Energiewende-Kommune 2014".

Grundvoraussetzung für die Vergabe ist die Vorlage eines ganzheitlichen Konzepts der Gemeinde, in dem dargestellt wird, mit welchen Maßnahmen, mit welcher Bürgerbeteiligung und in welchem Zeitrahmen die Energiewende in der Gemeinde umgesetzt werden soll. Zusätzlich soll mindestens ein herausragendes „Energiewende-Projekt" durchgeführt worden sein, das Pilotcharakter hat, innovativ und auf andere Gemeinden übertragbar ist, die Bürger/Innen aktiv bei der Planung und Umsetzung einbezieht und/oder die Vernetzung zwischen Unternehmen, Bürger/Innen und Kommune gewährleistet. Die Auswahl der „Energiewende-Kommune 2014" erfolgt durch eine Jury aus Mitgliedern der Energiewende Oberland.