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Gelungener Auftakt: Projekt INOLA startet mit viel Schwung

Lothar Gröschel begrüßt als Moderator die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen. Insgesamt sind circa 90 Gäste der Einladung gefolgt.

Lothar Gröschel begrüßt als Moderator die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen. Insgesamt sind circa 90 Gäste der Einladung gefolgt.

Die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Weilheim-Schongau haben per Kreistagsbeschluss entschieden, dass die Energieversorgung ab dem Jahr 2035 allein durch erneuerbare Energien sichergestellt werden soll. Für die Landkreise und Kommunen aber auch Unternehmen und Bürger ist dies eine große Herausforderung. Gefragt sind hier ganzheitliche Konzepte und innovative Lösungen, die auch Konflikte zwischen Energie- und Landnutzung - etwa im Bereich Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus - berücksichtigen. Die Akzeptanz von Bürgern und regionalen Akteuren ist eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung. Diese Lösungsansätze werden im Projekt INOLA erarbeitet, das über den Zeitraum von fünf Jahren (Oktober 2014 bis September 2019) im Projektgebiet der Energiewende Oberland (EWO) vom Bundeministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit ca. 3,4 Mio. Euro gefördert wird.

Zur Auftaktveranstaltung am 28.4.2015 im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen versammelten sich Vertreter aus Verwaltung, Politik, Landnutzung, Energiewirtschaft, bürgerschaftlichem Engagement sowie den Bereichen Forschung und Entwicklung, um sich zu informieren und zu den zentralen Fragen und Lösungsansätzen, die das Projekt INOLA gemeinsam mit der Region bearbeiten will, zu diskutieren. Wissenschaftler und Praktiker arbeiten bei INOLA eng zusammen. Der Verbund wird von der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Bürgerstiftung Energiewende Oberland geleitet. Weitere Partner sind das Münchner ifo Institut, die Hochschule Kempten sowie die Stadtwerke Bad Tölz. Diese Konstellation soll dazu beitragen, das Know-how der Forscher mit den Erfahrungen und Kompetenzen der Region optimal zu verknüpfen.

Prof. Seiler, Vorsitzender der Energiewende Oberland ist hoch erfreut über das Projekt. „Das Besondere an diesem ganzheitlichen Projekt ist, dass neben den rein technischen Betrachtungen der Energiewende auch die gesellschaftlichen Aspekte eine große Rolle spielen", betonte er während der Podiumsdiskussion. Landrat Niedermaier (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) erhofft sich von dem Projekt neuen Schwung für die Energiewende in der Region. „Energiewende ist in aller Munde, aber an den Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Ziele müssen wir noch arbeiten", erklärt Niedermaier.

Das Projekt INOLA bietet in den kommenden Jahren eine Plattform für die zukunftsfähige Gestaltung der Energiewende. In Zusammenarbeit mit den Landkreisen und regionalen Akteuren werden Wege aufgezeigt, wie eine klimafreundliche Energieversorgung und nachhaltige Landnutzung mit den Interessen von Gesellschaft, Natur und Wirtschaft in Einklang gebracht werden können. Zur Umsetzung der gemeinsamen Vision der drei Landkreise werden konkrete Maßnahmen zur Energiewende erarbeitet. Mit Hilfe eines von den Wissenschaftlern entwickelten Simulationswerkzeugs können die Auswirkungen von Maßnahmen wie z.B. EE-Anlagen sowie mögliche Entwicklungswege im Bereich erneuerbarer Energien von den regionalen Akteuren „durchgespielt" und visualisiert sowie aus ökologischer und ökonomischer Sicht bewertet werden. Damit lassen sich Planungsentscheidungen in der Region fundiert unterstützen. Prof. Binder vom Lehrstuhl für Mensch-Umwelt-Beziehungen an der LMU erhofft sich von dem Projekt einen erfolgreichen Wandel der Region in Richtung nachhaltigem Energiemanagement.

Das Projekt verfolgt einen übergreifenden Lösungsansatz, der die Stärken der drei Landkreise und ihrer Kommunen für ein gemeinsames Energiekonzept ausloten und bündeln will. INOLA braucht hierfür die Unterstützung und die Beteiligung von Kommunen, Vereinen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger. Innovative Personen, Initiativen und/oder Projekte aus der Region können sich an die Bürgerstiftung Energiewende Oberland wenden.