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Fischbachau spart Strom - Pilotbetrieb Durhamer Alm

Ein Erfahrungsbericht einer unserer teilnehmenden Gastgewerbe

Fischbachau spart Strom - Pilotbetrieb Durhamer Alm

Die Durhamer Alm ist einer der Pilotbetriebe aus Fischbachau, die bei unserem Projekt "Fischbachau spart Strom" erfolgreich teilgenommen hat und den gesetzten Wert von 20% Einsparung bei Weitem übertroffen hat. Nicht nur, dass 2014 bereits 27% eingespart wurden - die Alm will nächstes Jahr weitere 15 - 20% einsparen. Tanja Eckert berichtet über Ihre Erfahrungen mit unserem Projekt. Wir bedanken uns herzlich für die engagierte und erfolgreiche Zusammenarbeit!

Ein Erfahrungsbericht von Tanja Eckert, DurhamerAlm

Vorstellung Durhamer Alm

Unsere Durhamer Alm ist eine Niederleger-Alm, dem Ortsteil Durham-Fischbachau zugehörig, die für Tages-Veranstaltungen wie Workshops, Tagungen und Kunden-Events angemietet werden kann. Zusätzlich bewirtschaften wir die 17 ha Weidefläche mit Alpinen Steinschafen, deren Fleisch und Wolle wir ebenfalls vermarkten. Im Rahmen der Sanierung im Jahre 2007/ 2008 wurde das Almgebäude mit fließendem Wasser aus der eigenen Quelle und einer Anbindung an den Kanal sowie Strom- und Telefon-Anschluss versorgt. Seit 2008 betreiben wir, Ullrich und Tanja Eckert, die Almhütte (ca. 150 qm Grundfläche) nach dieser aufwendigen Sanierung als Event-Location.

Ausgangssituation

Bzgl. des Energie-Verbrauchs entstehen bzw. entstanden sehr hohe Stromkosten, da sowohl das Warmwasser auch als ein Teil der Heizung mit Strom erzeugt wurde. Im Jahre 2012 begannen wir das Thema „Strom-Verbrauch" genauer unter die Lupe zu nehmen und zu eruieren, wodurch der sehr hohe Strom-Verbrauch zustande kam und auf welche Weise wir den Strom-Verbrauch reduzieren können. Seit Anfang 2014 werden wir hierbei durch unseren örtlichen Energiebeauftragten der Klimaschutz Offensive Fischbachau, Herrn Gerd Barth, sowie durch die Energiewende Oberland, vertreten durch Frau Elisabeth Kohlhauf, fachmännisch unterstützt.

Vorgehensweise/ Schritte

Ein erster Schritt war die statistische Erfassung der Stromdaten anhand aller vorliegenden Abrechnungen - mit dem Ergebnis, dass wir feststellten, dass unser Stromanbieter uns für das abgelaufene Jahr 2012 einen falschen, viel zu hohen Stromverbrauch in Rechnung gestellt hatte.
Als nächste Maßnahme begannen wir, in regelmäßigen, wöchentlichen Abständen unseren Strom-Verbrauch zu erfassen. Hierdurch erhielten wir erste Daten, in welchen Wochen wir wieviel kWh verbrauchten. Es tauchten zum einen unschlüssige Daten auf: wie zum Beispiel, dass wir mehr Strom verbrauchten, wenn wir nicht anwesend waren, als wenn wir Veranstaltungen auf der Alm hatten bzw. anwesend waren. Zum anderen aber reduzierte sich unser Verbrauch schon alleine durch eine gewisse Aufmerksamkeit auf das Thema „Strom".

Anfang 2014 wandten wir uns an Herrn Barth und Frau Kohlhauf und erhielten bei einem ersten Informationsbesuch auf der Durhamer Alm als Ergebnis eine Auflistung an Einsparungsmöglichkeiten nach Priorität, stellten aber auch überraschend geringe, positive Verbräuche fest

  • wie zum Beispiel unsere Kühl- und Tiefkühl-Schränke (Liebherr)
  • unsere Elektro-Zaun-Anlage für unsere Schafe.

Das Gespräch diente uns als nochmaliger Impuls, sich den Strom-Verbrauch bewusst zu machen und elektrische Geräte (Fernseher, Kaffeemaschine, Konvektomat), statt im Stand-By-Modus zu lassen, konsequent auszuschalten, wenn man nicht anwesend ist, bzw. die Geräte nicht benötigt werden.
In diesen Zeitraum fiel ebenfalls unsere Entscheidung, den Gebrauch unserer Elektro-Heizungen noch weiter einzuschränken, und anstelle dessen in unserem Veranstaltungsraum, unseren „Stall", auf eine Holz-Heizung umzustellen und einen Kamin zu errichten. Nicht nur, dass wir nun auch - neben unserer Stube und den Schlafräumen - den größten Raum der Hütte mit unserem eigenem Holz beheizen können, sondern auch optisch stellt unser neuer, gusseiserner Ofen ein Schmuckstück dar, über den sich unsere Gäste und auch wir immer wieder erfreuen.

Des Weiteren wurde uns über die Energiewende Oberland freundlicherweise ein Energie-Monitor zur Verfügung gestellt, der minütlich den Stromverbrauch aufzeichnet. So konnten wir nochmals ganz deutlich sehen, wie der Strom-Verbrauch stark ansteigt, wenn unsere Heißwasser-Boiler anspringen: im Beratungsgespräch darauf hingewiesen zu werden ist das eine, aber dann in einer Graphik den tatsächlichen Stromverbrauches deutlich zu sehen, ist das andere.

Aus dieser Erkenntnis heraus, haben wir uns überlegt, ob wir eine andere Möglichkeit nutzen, unser Warmwasser zu erhitzen; haben dieses Einsparungspotential aber derzeit aufgrund der doch sehr hohen Investitionskosten in ein neues System zurückgestellt.

Eine weitere Maßnahme im Jahr 2014 war, dass wir uns das kostenlos bei der Gemeinde Fischbachau zur Verfügung stehende Strom-Messgerät ausgeliehen haben. Es war sehr interessant zu sehen, wieviel Strom die eigenen Geräte benötigen, - wenn sie eingeschaltet sind, - wenn sie im Stand-By-Modus sind, - wenn sie ausgeschaltet sind oder wenn man den Stecker gezogen hat. Durch diese Analyse können wir nun noch gezielter unnötige „Strom-Fresser" eliminieren.

Alleine durch diese beiden Maßnahmen - die Umstellung auf Kamin-Heizung und dem bewussteren Umgang mit den elektrischen Geräten - konnten wir unseren Strom-Verbrauch im Jahr 2014 um weitere 27% (bezogen auf das Jahr 2013) senken.

Zukunft/ Geplante, weitere Schritte

Nach unserem Treffen „Fischbachau spart Strom" am 12. Januar 2015, in Fischbachau haben wir uns nun als nächsten Schritt vorgenommen, unsere Leuchtmittel, die einen sehr hohen Stromverbrauch an sich haben (z.B. Leuchtstoffröhre) oder aber sehr häufig genutzt werden (Tisch-Lampe), durch die energieeffizienten LED-Leuchtmittel schrittweise auszutauschen. In unserer Bestandsaufnahme von 2014 war dieser Punkt wohl mit „mittlerer Priorität" bewertet worden, aber die Erfahrungen anderer „Strom-Sparer", die durch den Austausch ihrer Leuchtmittel einen beträchtlichen Betrag im Jahr einsparen konnten, regten uns an, dies als nächsten Schritt umzusetzen.

Ein weiterer, uns wichtiger Aspekt ist es, auf regionale Anbieter zurückzugreifen. So liegen uns bereits erste Informationen zu potentielle neuen Strom-Anbieter vor.

Ansonsten werden wir noch eine Weile unseren Strom-Daten erfassen, um weitere, detailliertere Informationen über unseren Strom-Verbrauches zu erhalten. Unser persönliches Ziel ist es, unseren Strom-Verbrauch nochmals um weitere 15 - 25% zu reduzieren. Schritt für Schritt werden wir somit weiterhin das Thema „Energieeffizienz" in die Tat umsetzen und uns die Neugierde und den „Spaß an der Freud'" behalten.

Wir danken Frau Kohlhauf und Herrn Barth für ihre tatkräftige und kompetente Unterstützung.

Fischbachau, den 21.01.2015, Tanja Eckert

http://www.durhamer-alm.de/