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Bürger sollten Potenzial der Photovoltaik auch künftig nutzen!

Stefan Göthert  / pixelio.de

Stefan Göthert / pixelio.de

Eigenverbrauch von Sonnenstrom im Mittelpunkt der Sitzung der EWO-Landkreisgruppe im Miesbacher Bräuwirt

Am 1. August ist das geänderte EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) 2014 in Kraft getreten. Sowohl für Hausbesitzer mit bestehenden Photovoltaik (PV)-Anlagen als auch bei Neubauten stellen sich Fragen nach Größe der Anlage, der Anschaffung eines Batteriespeichers und dem Verhältnis der Einspeisemenge ins Netz bzw. der Direktvermarktung und dem Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms, der den Bezug aus dem Stromnetz erspart. Diesen und anderen Fragen ging die Ladkreisgruppe Miesbach der Energiewende Oberland (EWO) am Montagabend nach., zu dem sich etwa 20 Teilnehmer und Interessenten eingefunden hatten.

Als Experte referierte Manfred Zäh aus Königsdorf, der sich für die Energiewende Oberland auch ehrenamtlich in Landkreis Bad Tölz engagiert.

Zähs Botschaft lautete: Auch nach neuem Recht bleibt die Erzeugung von Sonnenstrom sinnvoll und attraktiv. Bereits das EEG 2012 setzte deutliche Anreize dafür, diesen PV-Strom auch im eigenen Heim zu verbrauchen anstatt ihn ins Netz einzuspeisen. Dieser Effekt verstärkt sich nach dem EEG 2014 für Anlagen, die ab 1. August neu ans Netz gehen. Denn verkauft der Anlagenbetreiber seinen Strom, erhält er künftig entweder eine Marktprämie vom Netzbetreiber bei einer Direktvermarktung (bei < 10 kW Nennleistung 13,15 ct/kWh) oder eine feste Einspeisevergütung (12,75 Cent/kWh bis 10 kW Nennleistung). Beide Sätze liegen deutlich unter den ersparten Strombezugskosten durch den Eigenverbrauch des PV-Stroms.

Am Beispiel seiner eigenen PV-Anlage mit knapp 7 kWpeak beschrieb er anschaulich Ertrags- und Verbrauchsverläufe sowohl an einzelnen Tagen (Schönwetter/Schlechtwetter) als auch im Laufe verschiedener Monate und eines Jahres. Auf dieser Basis konnte der Referent auch eine genaue Stromkostenbilanz erstellen. Diese Analysen helfen nach seinen Ausführungen dabei, die jeweils stärksten Stromverbraucher herauszufiltern und deren Betrieb bewusst in Zeiten zu verschieben, in denen mehr Strom durch die PV-Anlage selbst erzeugt wird.

Weiter stellte Zäh die auf dem Markt befindlichen Batteriespeicher (Blei, Lithium) vor. Prinzipiell ermöglicht die Kurzspeicherung des Stroms, den Eigenverbrauchsanteil zu erhöhen. Ergänzend ging der Referent auch auf bestehende Fördermöglichkeiten bei der Kombination von PV-Anlagen und Batteriespeichern ein.

Die Wahl der Größe von PV-Anlage und Batteriespeicher wirkt sich entscheidend auf Ertrag, die Optimierung des Eigenverbrauchs und die Wirtschaftlichkeit der Gesamtanlage aus. Zäh stellte deshalb die Auswirkungen verschiedener Dimensionierungsvarianten auf diese Komponenten dar. Im optimalen Fall kann bei einem typischen Haushalt eine Eigenverbrauchsquote von 70 % erreicht werden. Die Ergebnisse können im Einzelfall aber auch die Entscheidung nahe legen, auf einen Batteriespeicher ganz zu verzichten.

In der regen Diskussionsrunde wurde u.a. über eine Reihe persönlicher Erfahrungen von Anlagenbetreibern und von Mitgliedern aus verschiedenen Energiearbeitskreisen in den Landkreisgemeinden berichtet.

Weitere Themen der Sitzung der EWO-Landkreisgruppe waren die Vorstellung eines Beispiels eines Passiv-Erdhauses, ein Bericht über laufende Projekte der EWO und die Beteiligung der EWO-Landkreisgruppe Miesbach am Lenkungsausschuss für die LEADER-Strategie, nachdem sich der Landkreis als LEADER-Region für die Förderperiode 2014-2020 bewerben wird.

Ansprechpartner der EWO-Landkreisgruppe Miesbach:

Werner Schmid, Holzkirchen | Tel. 08024/8300.