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Gelebte bayrische Energiewende in Franken: Erneuerbare Energien Exkursion nach Gollhofen am 24. Mai 2014

Gelebte bayrische Energiewende in Franken: Erneuerbare Energien Exkursion nach Gollhofen am 24. Mai 2014

Kreislaufwirtschaft bei Biogas und Bürgerwindkraft

Am Samstag, den 24. Mai 2014 war es wieder soweit: Die Energiewende Oberland und das Kompetenzzentrum Energie luden zur jährlichen Infofahrt ein. Organisiert wurde die Exkursion durch Walter Weiss, Fachbereich Solarenergie und dem Projekt "Bioenergieregion Oberland". Mit dem Bus und einer fröhlich gestimmten Gruppe aus dem Netzwerk der Energiewende Oberland machten wir uns auf den Weg nach Gollhofen.

Während der dreistündigen Busfahrt wurde bereits eifrig über den Stand der Energiewende im Oberland und möglichen Lösungsansätzen diskutiert. Der Tag in Gollhofen sollte uns jedoch alle zum Staunen bringen und viel Kraft und Ideen für die eigene Arbeit liefern! Zunächst machten wir Halt an einer Biogasanlage im Gewerbegebiet von Gollhofen. Die verhältnismäßig große Anlage mit einer jährlichen Erzeugung von 7,5 Megawatt Biomethan für die Stadt Nürnberg und ca. 50.000 t Durchsatz an Biomasse beeindruckte uns sehr. Besonders interessant war, dass neben konventionellen nachwachsenden Rohstoffen wie Mais und Gras, hier auch versuchsweise alternative Substrate wie Luzerne und Wildpflanzenmischungen eingesetzt werden. Außerdem zeigte uns diese Anlage ein Musterbeispiel an Kreislaufwirtschaft: die substratliefernden Landwirte verpflichten sich 70% der Menge an gelieferten Rohstoffen als Gärreste abzunehmen. Diese werden mithilfe eines speziellen, gemeinschaftlichen Fahrzeuges wieder auf die Felder zur Düngung ausgebracht.

Nach dem Mittagessen in den schönen mittelalterlichen Gassen von Ochsenfurt ging es weiter zum Bürgerwindpark in Gollhofen. Die sieben Windenergieanlagen mit einer Nabenhöhe von 138 Metern begrüßten uns bei weiß-blauem Himmel. Die Ökoenergie AG hatte es im Jahr 2011 geschafft 275 umliegende Privatpersonen zu überzeugen in die Windenergie zu investieren, so dass die Region bereits 7.700 Drei-Personen-Haushalte jährlich rein rechnerisch mit Strom versorgen kann - und das mit einem wesentlichen Beitrag aus Bürgerhand. Auch die Besichtigung weiterer sich im Bau befindlicher Anlagen zeigte uns die Dimensionen der neuesten Windanlagen auf und ermutigte uns, dass auch heute durchaus Windkraft in Bayern möglich und von Bürgern gewünscht ist!