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Erfolgreiche Veranstaltung zum Thema Geothermie gemeinsam mit dem kath. Pfarrverband Holzkirchen

Erfolgreiche Veranstaltung zum Thema Geothermie gemeinsam mit dem kath. Pfarrverband Holzkirchen

Mit etwa 60 Teilnehmern konnte die Kreisgruppe Miesbach der Bürgerstiftung Energiewende Oberland (EWO) ein reges Interesse am Thema Geothermie registrieren. Erfreulich war auch die Zusammenarbeit mit dem Katholischen Pfarrverband Holzkirchen, mit dem die gemeinsame Veranstaltung am 7. April im Großen Saal des Pfarrzentrums Holzkirchen durchgeführt wurde.

So betonte Pfarrvikar Hannes Schußler einleitend auch den Auftrag der Kirche zur Wahrung der Schöpfung und die dazu von der Diözese München und Freising herausgegebenen Schriften.

Unter dem Motto `Geothermie im Oberland` gab Prof. Dr.-Ing. Stefan Lecheler von der Bundeswehruniversität München einen Überblick der Geothermienutzung sowohl im Wärmebereich als auch zur Stromerzeugung. Als Quelle für die Beheizung oder zur Kühlung von Gebäuden eigne sich nach den Worten Lechelers die oberflächennahe Erdwärmenutzung (bis ca. 100 m Tiefe). Im Raum Holzkirche gebe es dafür funktionierende Beispiele, wie etwa die Raiffeisenbank oder das Ärztehaus. Die Erdwärme werde dabei mittels Wärmepumpe auf ein höheres Temperaturniveau gebracht.

Bei der sogenannten tiefen Geothermie müsse man in unseren Breiten schon mindestens 3000 Meter tief bohren, um das heiße Thermalwasser erschließen zu können. Beim Projekt Holzkirchen liege die Bohrtiefe dann schon bei gut 5000 Metern. Bei dieser Tiefe könne man mit Temperaturen um 150 Grad Celsius rechnen, womit dann auch rentabel Strom erzeugt werden könne. Bei möglichen Zuwachsraten der Tiefeneothermie in Deutschland nannte Lecheler beeindruckende Zahlen: 25 Projekte seien in Betrieb, 13 Werke im Bau und 43 Anlagen befinden sich in der Planungsphase. Die meisten davon befinden sich in Bayern, viele davon in Süden bzw. im Oberland. Damit könne man bei uns schon von einer Geothermieregion sprechen. Das große Plus der Tiefengeothermie ist nach Aussagen des Referenten, dass die Nutzung grundlastfähig ist und damit auch zur Verfügung steht, wenn Wind und Sonne keinen regenerativen Strom erzeugen würden.

Albert Götz sen., der ehemalige Leiter der Gemeindewerke Holzkirchen und dort weiterhin für den Bereich Geothermie zuständig, erläuterte den Stand des Projekts in Holzkirchen. Er zeigte sich optimistisch, dass der Gemeinderat in diesem Jahr grünes Licht für die Durchführung der Bohrungen geben werde. Voraussetzung sei eine Fündigkeitsversicherung, über deren Abschluss derzeit mit zwei Versicherungen verhandelt werde. Der aktuelle Referentenentwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sehe eine Vergütung für die Stromeinspeisung von 25,20 Cent für die Kilowattstunde Strom vor. Mit dem Betrieb müsse aber vor 2018 begonnen werden, da sonst die Vergütung jährlich um 5 Prozent absinke.

In der abschließenden Diskussion wurden von den Referenten zahlreiche Fragen beantwortet, die ebenfalls das Interesse an der Thematik verdeutlichte und auch einen Fingerzeig auf die grundsätzliche Zustimmung der Bevölkerung zu dem Projekt gab.

V.i.S.d.P: Werner Schmid, Roggersdorferstr. 33, 83607 Holzkirchen