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Auftaktveranstaltung des Projekts SEAP_Alps in Weyarn

Auftaktveranstaltung des Projekts SEAP_Alps in Weyarn

„Klimawandel - weltweit und regional" so lautete das Thema der SEAP_Alps-Auftaktveranstaltung am 28. Januar, zu der die Gemeinde Weyarn gemeinsam mit dem Arbeitskreis Energie ins Weyarner Rathaus eingeladen hatte. Das Projekt SEAP_Alps, an dem sich Weyarn als Pilotgemeinde beteiligt, hat sich zum Ziel gesetzt, Kommunen bei der Umsetzung von Aktionsplänen zu Klimaschutz und Klimaanpassung zu unterstützen.

Nach der Begrüßung durch Zweiten Bürgermeister Leonhard Wöhr erläuterte Albert Loeffler vom Arbeitskreis Umwelt und Energie die Ziele des geplanten Energienutzungsplans der Gemeinde Weyarn. „Durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien", so Loeffler, „sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Gemeinde Weyarn bis zum Jahr 2025 energieautark wird".

„Bemühungen um den Klimaschutz müsse mit der Anpassung an den Klimawandel einhergehen", sagte die Projektkoordinatorin von der Bürgerstiftung Energiewende Oberland, Ellen Esser in ihrer anschließenden Einführung. Denn der Klimawandel zeige im Bereich des Alpenraumes bereits deutliche Auswirkungen; so seien hier zum Beispiel die durchschnittlichen Temperaturen in den letzten hundert Jahren doppelt so stark angestiegen wie weltweit und Extremwetterereignisse wie Starkregen träten immer häufiger auf.

Um welche konkreten Studien und Zahlen es in diesem Zusammenhang ging wurde anschließend vom Klimaexperten Dr. Sven Wagner vom Campus Alpin des K.I.T. (Karlsruher Institut f. Technologie) aus Garmisch-Partenkirchen ausführlich erläutert. Mit großem Interesse verfolgten die Zuhörer seine Ausführungen zu den aktuellen Klimaszenarien, die sich sowohl auf die globale Entwicklung als auch ganz konkret auf die Region Miesbach bezogen. Sven Wagner hat in seiner Arbeitsgruppe „Regionales Klima und Hydrologie" Darstellungen entwickelt, die eine horizontale Auflösung von 7 km und somit eine präzisere Auskunft über einzelne Regionen ermöglichen, als es bisherige Modelle konnten. Besonders markant sind die Klimaänderungen, die sich durch die Verstärkung der Niederschläge im Spätwinter in Kombination mit wärmeren Temperaturen ergeben; denn hierdurch wird der Niederschlag in Zukunft häufiger als Regen statt als Schnee herunterkommen. Das hat zur Folge, dass die Wasserrückhalte- und Speicherfunktion der winterlichen Schneebedeckung nicht mehr in dem Maße wie in der Vergangenheit gewährleitet sein wird. Sven Wagner betonte jedoch, dass die Veränderung des Klimas sich nicht kontinuierlich und gleichmäßig vollziehe; es gäbe vielmehr in Zukunft sowohl schneereiche und kalte als auch, und das mit steigender Tendenz, milde und schneearme Winter. Im Sommer wird es einem leichten Anstieg der sehr heißen Tage und trockeneren Perioden geben. Da im Klima mehr Energie stecke, muss in Zukunft mit häufigeren Wetterextremen wie Starkregenereignissen, Hagelstürmen und extremer Hitze gerechnet werden.

Da die Anpassung an den Klimawandel inzwischen ein Thema ist, das auch auf Bundes- und Landesebene sehr ernst genommen wird, sind bereits etliche Online-Plattformen entstanden, die bei der Auswahl von geeigneten Maßnahmen Beispiele und Hilfen anbieten. Auch im Projekt SEAP_Alps ist eine solche Web-Plattform entwickelt worden, auf der sich Kommunen in einem „Aktionswerkzeug" über verschiedene Projekteideen inspirieren lassen können. Hierzu gehören zum Beispiel Maßnahmen zum Hochwasserschutz, Schaffung von Poldern und Wasserrückhaltebecken, Begrünungsmaßnahmen und Frischluftschneisen als Schutz vor Hitze sowie der Umbau von Fichtenmonokulturen in den Forsten zu klimaresistenteren Mischwäldern.

Diese Themen wurden in dem sich anschließenden Workshop, der von Stefan Drexlmeier, EWO, moderiert wurde, von den Teilnehmern aufgegriffen. Auf einer Internet-Gebietskarte von Weyarn wurden Bereiche eingetragen, die in Bezug auf Klimaveränderungen näher im Laufe des Projekts näher betrachtet werden sollten. Das Fazit: Zwar macht der Klimawandel auch vor Weyarn nicht halt, aber die Gemeinde kann sich früh genug rüsten, um gute Lebensbedingungen auch für zukünftige Generationen zu gewährleisten.