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Rottach-Egern: Denkanstöße der EWO zur Mobilität

Das Seeforum in Rotach-Egern war Tagungsort für die Informationsveranstaltung und gleichzeitig 15. Sitzung der Kreisgruppe Miesbach am 10. Februar.

Das Seeforum in Rotach-Egern war Tagungsort für die Informationsveranstaltung und gleichzeitig 15. Sitzung der Kreisgruppe Miesbach am 10. Februar.

Veranstaltung der Kreisgruppe am 12. Februar im Rottacher Seeforum

Vor gut 25 Teilnehmern betonte Werner Schmid, der Sprecher der Kreisgruppe, es gehe an dem Abend nicht um fertige Konzepte oder um einzelne verkehrstechnische Maßnahmen. Vielmehr gelte es, den Blick auf den Zusammenhang zwischen Verkehr, Energieverbrauch und CO2-Ausstoß im Landkreis zu richten. Mit der Veranstaltung sollen Denkanstösse in Richtung nachhaltige Mobilität gegeben werden.

Erster Bürgermeister Franz Hafner nannte in seiner kurzen Ansprache ein paar Beispiele, in welchen Bereichen die Gemeinde selbst in Sachen Energiewende unternimmt. So sei jetzt die gemeindliche Gestaltungssatzung angepasst worden, damit Dachflächen für Photovoltaikanlagen besser genutzt werden können. An der Tankstelle gegenüber dem Seeforum können an der Tankstelle Elektroautos kostenlos aufgeladen werden. Das werde aber noch zu wenig in Anspruch genommen. Die Gemeinde habe auch einen Beschluss gefasst, dass jedes Jahr die energetische Sanierung von mindestens zwei öffentlichen Gebäuden in Angriff genommen werden soll.

Stefan Drexlmeier, der Geschäftsführer der Energiewende Oberland in Penzberg, erläuterte diee Zielrichtung der "Mobilitätsoffensive" der EWO. Er prognostizierte in den nächsten Jahren eine wesentliche Veränderung der Art und Weise, wie Mobilität stattfinde. Dies belegen Untersuchungen der Trendforschung. So könne in einigen Jahren der Punkt erreicht sein, an dem unter anderem die E-Mobilität die Richtung weise. Die Informationstechnologie habe schon große Fortschritte gemacht. Einschlägige Apps für Smartphones gebe es bereits zahlreich. Drexlmeier wies abschließend auf die bestehende Zusammenarbeit mit dem Institut für Neue Mobilität und weitere bereits angelaufene Projekte hin.

Seit Mai 2013 kümmert sich die EWO-Kreisgruppe Miesbach verstärkt um nachhaltige Mobilität. Sprecher der damals gebildeten Steuerungsgruppe Mobilität ist der Holzkirchner Radbeauftragte Hartmut Romanski. Arbeitsschwerpunkte sind vor allem der nichtmotorisierte Verkehr und die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger. Mobilität braucht nach seinen Worten auch Zukunftsvisionen. Er griff die Idee des jetzigen Geschäftsführers der Tegernsee-Bahn Heino Seeger auf und zeigte eine Skizze eines möglichen Verlaufs einer Route von Tegernsee über Gmund, Bad Wiesse, Rottach-Egern bis Glashütte. Er hob auch die Bedeutung einer durchgehenden West-Ostverbindung zwischen Weilheim und Miesbach hervor.

Michael Götz von der Tegernseer Tal Tourismus GmbH stellte einige Projekte für sanfte Mobilität vor. Bereits bei der Anreise empfehle man Gästen, die guten Bahnverbindungen ins Tegernseer Tal zu nutzen. Gästen, die mit dem Auto anreisen, wolle man attraktive Anreize bieten, ihr Auto stehen zu lassen. So könnten Touristen mit der Gästekarte kostenlos Busse im Tal benutzen und bei Übernachtungsnachweis erhalte man vergünstigte RT Bahntickets. Eune feste Partnerschaft bestehe mit Movelo, das derzeit 38 Stationen in 11 Orten für E-Bikes anbiete. Weiterhin gebe es das Projekt Ladeschlosskabel mit energybus, für eine einheitliche Ladeinfrastruktur. Die Vorstellung von Radwegen im Tegernseer Tal rundete den Vortrag ab.

Franz Zehendmaier aus Kreuth hat einen E-Roller entwickelt, für den er einen Bundesinnovationspreis erhalten hat. Dieser neuartige Roller stellt eine platzsparende Variante der E-Mobilität dar und bietet auch die Möglichkeit kleinere Einkäufe damit zu transportieren. Derzeit arbeitet Zehendmaier an der Entwicklung eines sog. Ze-Mobils, einem 3-rädrigen Ellektrofahrzeug, das mehr Ladefläche biete, ein Dach habe und sich auch für die Fortbewegung von gehbehinderten Menschen eigne.

Abschließend nannte Werner Schmid nochmals die Ziele einer Verkehrswende: Reduzierung des Individualverkehrs, bessere Vernetzung der einzelnen Verkehrsträger und Stärkung des ÖPNV. Viel hänge bei diesen Zielaussagen vom Verhalten und der Einstellung des Einzelnen ab.