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8 Millionen Liter Heizöl durch Holz ersetzen

8 Millionen Liter Heizöl durch Holz ersetzen

Die Saison für den Holzeinschlag ist mit dem 1.3.2014 beendet. Über die Nachhaltigkeit solcher Maßnahmen machen sich Forstfachleute seit über 300 Jahren Gedanken. Hans Carl von Carlowitz beschrieb bereits 1713 in seinem Werk  "Sylvicultura oeconomica", wie das Gleichgewicht zwischen natürlichem Zuwachs und Holzentnahme einzuhalten ist.

Mit dem übermäßigen Import von fossilen Brennstoffen wurden die Wälder den vergangenen Jahrzehnten nicht mehr konsequent bewirtschaftet.

Der große technologische Fortschritt bei der automatischen Feuerung von Holzprodukten macht den Brennstoff im ländlichen Bereich wieder interessanter. Seit einigen Jahren liegen an den Forstwegen nicht nur Stammholz für Sägewerke oder Papierholz zur weiteren stofflichen Verwertung. Hoch türmen sich die Haufen an Energieholz, die mit schwerem Gerät zu Hackschnitzel verarbeitet werden. Doch schaut Energiewende wirklich so aus?

Die Bürgerstiftung Energiewende Oberland mit Sitz in Penzberg beschäftigt sich schon seit längerem mit diesem Thema. Aktuell wurde kürzlich im Forstamt Schongau eine Studie zur Verfügbarkeit von Energieholz vorgestellt. Prof. Dr. Stefan Wittkopf, Prof. Dr. Andreas Rothe und M.Sc. Matthias Wilnhammer von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf haben zusammen mit Studenten eine Befragung unter Privatwaldbesitzern des Landkreises durchgeführt. Bei der Auswertung der Ergebnisse wird ausdrücklich auf die zu berücksichtigenden Belange des Natur- und Artenschutzes eingegangen. Auch der Vorrang der stofflichen Verwertung wurde unterstrichen: Stammholz wird in dieser Studie ausdrücklich nicht zum Energieholz – Potenzial hinzugerechnet. 

Energieholz entsteht bei Waldbewirtschaftung immer nur als Koppelprodukt. Zum einen wird bei der Waldpflege Material entnommen, um z.B. Fichten – Monokulturen zu Mischwäldern umzugestalten. Auch im Rahmen der Wegesicherung fällt Holz an, das zu Hackschnitzeln verarbeitet wird. Mit einem Gesamtvolumen von 38.000 fm Energieholz kann ein Volumen von jährlich mindestens 8 Mio. Liter Heizöl ersetzt werden.

Markus Schmorell, Bereichsleiter Forsten am AELF Weilheim, begrüßte das vorliegende Gutachten als fundierte Grundlage, den möglichen Beitrag des Waldbesitzes für die Energiewende realistisch einzuschätzen: „In der Prognose sind die Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft berücksichtigt und die Rahmenbedingungen für weitere Planungen im Energieholzbereich gegeben.“ Als Mitglied des Klimabeirats Weilheim - Schongau ist es für Schmorell wichtig, dass der Verbrauch von Öl und Gas und deren zusätzlicher Ausstoß von Kohlendioxid verringert wird. Aber auch der nachwachsende Rohstoff Holz sollte hocheffizient genutzt werden. „Auch Brennholz darf nicht verschleudert werden, alle Energieeinsparung ist vorrangig. Besser mit Holz langfristig dämmen, als es kurzfristig verheizen“.

Beauftragt wurde die Studie  vom Kompetenzzentrum Energie der EWO aus Penzberg. Elisabeth Kohlhauf, die bereits seit 4 Jahren im Projekt Bioenergieregion Oberland arbeitet unterstrich die Bedeutung der Biomasse für die Energiewende in der Region: „Mit diesem Potenzial können wir ca. 10 % unseres Wärmebedarfs decken. Im Klartext heißt das auch, dass unsere Gebäude wesentlich besser gedämmt werden müssen, damit die Energiewende gelingt.“ 

Eine wichtige Aufgabe für die nächsten Jahre wird die Umsetzung von Biomasseprojekten in den Kommunen sein. Kleine Dorfheizungen in den Ortskernen können in Kombination mit Energiesparmaßnahmen langfristig den Gebäudeunterhalt der Kommunen senken. Andreas Scharli, Energieberater des EWO Kompetenzzentrums Energie, steht für die Beratung der Kommunen in den Bereichen Energieeinsparung und Errichtung von dezentralen, kleineren Heizwerken inklusive Nahwärmenetzen gerne zur Verfügung.