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Statement zum Pumpspeicherkraftwerk am Jochberg

20.02.2013

Die Energiewende kann nach Auffassung der Bürgerstiftung „Energiewende Oberland" nur gelingen, wenn alle Möglichkeiten der Erzeugung, der Verteilung und Speicherung sowie der Nutzung von Energie berücksichtigt werden. Dazu gehören neben vielen anderen Möglichkeiten auch die Pumpspeicheranlagen, durch die elektrische Energie über einen Zeitraum von Stunden bis einigen Tagen gespeichert werden kann. Eine primäre Erzeugung von Strom ist mit Hilfe von Pumpspeichern -wie vielfach irrtümlich angenommen- nicht möglich.

Allerdings -so Professor Dr. Wolfgang Seiler- wird ein Pumpspeicher für längere Zeiten und über mehrere Generationen hinweg gebaut und ist mit hohen Kosten verbunden." Ein schneller Rückbau einer einmal gebauten Pumpspeicheranlage ist deshalb nicht möglich. Auch seien mit dem Bau von Pumpspeichern tiefe Eingriffe in das Landschaftsbild und in die Ökosysteme verbunden, die gut überlegt und kritisch hinterfragt werden müssen. „Auf jeden Fall muss deshalb vorher unbedingt geprüft werden, welche anderen Möglichkeiten der Energiespeicherung existieren und welche sich gerade für unsere Region eignen", um erst danach eine Entscheidung über den Bau von Pumpspeicheranlagen zu fällen.

Die Bürgerstiftung „Energiewende Oberland" favorisiert derzeit die kurzfristige Zwischenspeicherung von Strom mit Hilfe von Batterien, z.B. im Fall der Eigennutzung von Strom aus PV-Anlagen. Für längerfristige Speicherung von Strom wird dem Verfahren „Power to Gas" der Vorzug gegeben, bei dem der Überschuss-Strom durch chemische/physikalische Prozesse in Wasserstoff und/oder Methan überführt langfristig gespeichert und für verschiedene Zwecke, u.a. auch im Verkehrsbereich, genutzt werden kann. Ein dringender Bedarf für eine Pumpspeicheranlage in unserer Region wird deshalb derzeit nicht gesehen.

Prof. Dr. Wolfgang Seiler
Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Energiewende Oberland