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Gemeinde Fischbachau Vorreiterin bei Energiewende im Landkreis

Elisabeth Kohlhauf (EKO) erklärt die Voraussetzungen für ein Energiekonzept

Elisabeth Kohlhauf (EKO) erklärt die Voraussetzungen für ein Energiekonzept

Holzkirchen, den 22.10.2013

12. Sitzung steht ganz im Zeichen der Fischbachauer KlimaschutzOffensive. Der schmucke Sitzungssaal des Fischbachaer Rathauses bildete die Kulisse für die jüngste Sitzung der Kreisgruppe der Energiewende Oberland (EWO) am Abend des 15. Oktober. Rekordverdächtig klang die Zahl von 123 Weilern und Ortsteilen, die der 1. Bürgermeister Josef Lechner bei der Vorstelllung der Gemeinde nannte. Neben schon realisierten Erneuerbare-Energien-Anlagen wie der Photovoltaik-Anlage auf dem Schulgebäude und der Absorberanlage am Warmbad erwartet er eine baldige Genehmigung der geplanten Wasserkraftnutzung der ehemaligen Trinkwasseranlage am Breitenstein, die im Jahr etwa 400000 Kilowattstunden Strom erzeugen soll. Lechner wies auf die gute Zusammenarbeit zwischen der Gemeindeverwaltung und Herrn Barth, dem engagierten ehrenamtlichen Energiebeauftragten der Gemein-de, hin. Dieser stellte das Energiewendekonzept der KlimaschutzOffensive Fischbachau vor. Angefangen hat alles im Jahr 2011 mit einer Bürgerumfrage zum Thema Energiesparen.

Der Weg zur vorbildlichen Energiewendekommune ging weiter mit der Gründung der KlimaschutzOffensive, einem Bündnis mit Beteiligung von Gemeinde, Zivilgesellschaft und Gewerbe, einer Auftaktveranstaltung zur energetsichen Gebäudesanierung bis zur Aktion `Grüne Hazsnummer`, bei der Hausbesitzer für Maßnahmen der energetischen Sanierung ausgezeichnet werden. Geplant ist des weiteren 2014 das Projekt `Fischbachau spart SStrom` sowie 2016 ein kommunales Verkehrssystemkonzept. Auf das Stromsparprojekt ging Barth ebenfalls näher ein. Zielgruppen sind insbesondere Haushalte, Handwerk, Gastgewerbe und Landwirtschaft. Um Einsparungen zu erreichen, muss der Energieverbrauch erfasst, überwacht und durch gezielte Maßnahmen gedrosselt werden. Ausgewählte Musterhaushalte und -betriebe werden als Multiplikatoren eingesetzt. Jeder ausgewählte Haushalt erhält eine `Energiesparkiste`, die verschiedene `Werkzeuge` enthält, wie etwa ein Energiemessgerät. Es ist auch an finanzielle Anreize gedacht, beispielsweise ein Gutschein zum Austausch energiefressender Haushaltsgeräte. Das Projekt ist so konzipiert, dass es auch auf andere Gemeinden übertragbar ist.

Elisabeth Kohlhauf vom Kompetenzzentrum der Energiewende Oberland in Penzberg, zeigte auf, welche Voraussetzungen für ein lokales Energiekonzept gegeben sein müssen, um in den Gemeinden eine erfolgreiche Energiewende gestalten zu können. Mit einem solchen Konzept erhält die Gemeinde ein umfassendes Planungsinstrument für die künftige energetische Entwicklung. Sie muss dann nicht mehr bei jedem Bebauungsplan von neuem überlegen, wie sie eine sinnvolle Wärmeversorgung für das Baugebiet realisieren kann. Kohlhauf spannte den Bogen von der Bestandsaufnahme der Ist-Situation im Wärmebereich bis zu einer Aufstellung konkreter Maßnahmen mit dem voraussichtlichen Mittelbedarf. Bei jeder Erstellung eines Energiekonzepts sollten die Bürger beteiligt werden. Mit Hinweisen auf erhebliche Fördermittel aus den Töpfen des Wirtschafts- bzw. Umweltministeriums oder der Ämter für ländliche Entwicklung rundete Kohlhauf ihren Vortrag ab. Gruppensprecher Werner Schmid attestierte abschließend der Gemeinde Fischbachau eine gelungene Vorgehensweise in Sachen Energiewende und stellte fest, dass sie von der Bürgerstiftung zu Recht zur Energiewendekommune 2013 im Landkreis gekürt worden ist.