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Über 50 Teilnehmer besuchen die Informationsveranstaltung der EWO-Gruppe Miesbach in Schliersee

"Global denken, lokal handeln" unter diesem Motto begrüßte Werner Schmid (Sprecher der EWO-Landkreisgruppe) die über 50 Teilnehmer der Informationsveranstaltung in Schliersee.

Aufbruchstimmung bei Veranstaltung in Schliersee

Holzkirchen, den 27.11.2013

Die Energietour der EWO-Kreisgruppe Miesbach durch die Landkreisgemeinden ist  am 12. November in Schliersee angekommen und lud Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung mit Vorträgen, Informationen und Ideen ein. Über 50 Teilnehmer im Forum der Vitalwelt in Schliersee erwartete ein spannendes Programm. Gruppensprecher Werner Schmid zeigte eingangs das Ziel des Abends auf, nämlich zu informieren, zu motivieren und zu begleiten.

Der 1. Bürgermeister der Marktgemeinde, Franz Schnitzenbaumer, schilderte einige gemeindliche Vorhaben und Ziele, wie die Verbrauchsreduzierung in eigenen Liegenschaften, betonte die Notwendigkeit, die Bürger für die Umsetzung der Energiewende in Schliersee zu gewinnen  und erwartete von der  Veranstaltung geballte Information und viel Motivation für die Schlierseer Bevölkerung.

Der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung, Professor Wolfgang Seiler, kam dieser Aufforderung gerne nach. Souverän und für die Zuhörer gut nachvollziehbar, schilderte er Struktur, Ziele und  Projekte der gemeinnützigen Bürgerstiftung Energiewende Oberland und des wirtschaftlich orientierten Energiekompetenzzentrums (EKO) in Penzberg. 

Beispielhaft beschrieb er das ehrgeizige und innovative Projekt SERO (Smart Energy Region Oberland) mit den Schwerpunkten innovative Energiespeicherung, CO2-neutraler Mobilität und neuen Finanzierungskonzepten.

Für eine Energiewende, die von den Bürgern getragen wird, ist es nach den Worten Seilers entscheidend, dass diese in Bürgeranlagen (Windkraft, Solarenergie, Biogas etc.) investieren und vom Ertrag profitieren können.

Umfassend stellte Seiler das Angebot von EWO und EKO für die Landkreise und die Gemeinden vor und wies auf die Aktion `heißer Draht`  als wöchentliches Gesprächsangebot in der EWO-Geschäftsstelle  für die Bürger hin. Am Ende resümierte Seiler: EWO und EKO haben die gesteckten Ziele im Wesentlichen erreicht.

Werner Schmid von der Kreisgruppe sah bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzepts des Landkreises auf die unterschiedliche Ausgangslage der Gemeinden für relevant. Er stellte deshalb 6 Bausteine für Gemeinden vor, die deren Weg zur Energiewende erleichtern sollen. 

Die Energiewende lebt von überzeugenden Beispielen. Zu diesem Thema war eingeladen worden, um die KlimaschutzOffensive Fischbachau den Zuhörern vorzustellen. In relativ kurzer Zeit hat es die Gemeinde nach den Worten Barths geschafft, bei den Bürgerinnen und Bürgern ein Bewusstsein für Energiethemen zu erzeugen. Barth, der von der Gemeinde als ehrenamtlicher Energiebeauftragter bestellt wurde, zählte ein Reihe von Faktoren auf, die für den bisherigen Erfolg verantwortlich sind:

  • Fragebogenaktion bei den Einwohnern
  • Heizungspumpentauschaktion
  • Aktion zur  energetischen Gebäudesanierung
  • Vergabe der `Grünen Hausnummer` für energetisch gut sanierte Altbauten
  • Projekt `Fischbachau spart Strom`.

Mit weiteren Planungen und Projekten wird in Fischbachau der Weg der Energiewende konsequent weitergegangen.

Paul Pallauf vom Arbeitskreis LAWINE beschrieb in seinem Vortrag zum ehrenamtlichen Engagement die erfolgreiche Arbeit in Sachen Energie in Otterfing. Eine fundierte Handlungsgrundlage habe der AK mit dem Leitfaden zur Energiewende geschaffen. Zur Feststellung des Energieverbrauchs wurde 2009 bei den Bürgern eine Umfrage durchgeführt mit der sehr guten Rücklaufquote von über 41 %. Ein Ergebnis war der hohe Wärmeverbrauch von Altbauten, die vor 1990 gebaut wurden.

Nach Pallaufs Worten können die Erfahrungen des AK gut auf andere Kommunen übertragen werden. Er plädierte für die Erarbeitung eines kommunalen Energienutzungsplans und betonte gleichzeitig, dass die Gemeinde aber auch den Willen zur Umsetzung haben müsse.

In der anschließenden Bürgerrunde wurden an die Referenten verschiedene Fragen herangetragen, etwa ob der Einsatz von Holzpellets als Brennstoff sinnvoll sei. Insgesamt zeigten sich die Zuhörer zufrieden mit dem Gebotenen und einige bekundeten ihre Bereitschaft zu einem persönlichen Engagement. Die Kreisgruppe wird deshalb auch die Unterstützung bei weiteren Schritten anbieten.

In seinem Schlusswort betonte Professor Seiler, dass im Zuge der Energiewende Auseinandersetzungen mit Interessensgruppen nicht ausbleiben. Die Bespiele Fischbachau und Otterfing zeigten, was in Gemeinden mit Bürgerengagement erreicht werden kann und rief alle Teilnehmer auf, ihren persönlichen Beitrag zur Energiewende zu leisten.