Home

5. Klausurtagung „Nachhaltiges Wirtschaften im Oberland“ vereint Praxis mit Vision

Dr. Franz Alt erklärt auf der 5. Klausurtagung

Dr. Franz Alt erklärt auf der 5. Klausurtagung "Nachhaltig Wirtschaften im Oberland" warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht

Ein geballtes Programm erwartete die Teilnehmer

(Benediktbeuern/Penzberg). Bereits zum fünften Mal lud das Wirtschaftsforum Oberland und die Energiewende Oberland zur Klausurtagung nach Benediktbeuern ein, um das Thema "Nachhaltig Wirtschaften im Oberland" näher zu diskutieren. Zum ersten Mal haben sich dieses Jahr die Standort Marketing Gesellschaft Miesbach und die Europäischen Metropolregion München in die Reihe der Organisatoren der Veranstaltung eingereiht. 

Knapp 200 Teilnehmer auf der diesjährigen Klausurtagung

Insgesamt knapp 200 Teilnehmer machten sich auf den Weg ins Kloster Benediktbeuern. Ein großer Teil der Besucher des Forums nahm die Angebote der kostenlosen Workshops im Vorfeld der Veranstaltung wahr und erarbeitete gemeinsam Themen wie beispielsweise nachhaltiges Führen, langfristige Mitarbeiterzufriedenheit und neue Medien im Einsatz für Kommunikation und Energieeinsparung.

Eröffnet wurde die Klausurtagung gemeinsam von Landrat Josef Niedermaier (Bad Tölz-Wolfratshausen), Prof. Krämmel (Wirtschaftsforum Oberland), Prof. Dr. Wolfgang Seiler (EWO/EKO), Alexander Schmid (SMG Miesbach), Wolfgang Wittmann (Europäische Metropolregion München). 

Anschließend folgten Impulsreferate von Experten aus den Bereichen Mobilität, Ernährung und Energiespeicherung. Zum Auftakt präsentierte Josef Rother (Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung, Marburg) wie sich unsere Mobilität in Bezug auf das tägliche Pendeln in Zukunft verändern könnte. Sogenannte "Pendlerstationen" könnten der Region entstehen und vielen Mitarbeitern von Unternehmen in München einen Arbeitsplatz in der Nähe Ihres Wohnortes im Oberland verschaffen. "Dies hätte positive Auswirkungen für die Region Oberland, für die Verkehrsentlastung der Stadt München, für die Arbeitgeber und schlussendlich auch für das Klima, da CO2-Emissionen vermieden würden", erklärte der Diplomgeograph. 

Neben einigen Großunternehmen, wie BMW Group (BMW i3) und McDonalds (Business Case Nachhaltigkeit), stellte Fr. Adriane Schua (Solidargemeinschaft OBERLAND e.V.) vor, wie aus einer Idee der Zusammenschluss UNSER LAND entstand. Sie regte die Teilnehmer der Klausurtagung an darüber nachzudenken, wo das Essen im Supermarkt herkommt und plädierte dafür so weit möglich regionale Produkte einzukaufen. "UNSER LAND Produkte sind in zahlreichen Einzelhandelsmärkten der Region verfügbar und werden zu einem fairen Preis verkauft", sagte die Vorsitzende der Solidargemeinschaft stolz in Ihrer Präsentation. Als Abschluss der 30-minütigen Impulsreferate zeigte Dipl. Ing. Jakob Schneegans (TU München) Möglichkeiten auf, wie bereits heute Gebäude als Energiespeicher verwendet werden können. "Das System wird sich dahingehend ändern, dass nicht die Nachfrage die Produktion von Strom beeinflusst, sondern Strom dann intelligent genutzt wird, wenn er beispielsweise durch Solar- oder Windkraftanlagen zur Verfügung steht", so der Energieexperte des Lehrstuhls für Bauklimatik und Haustechnik.

Tyczka Totalgaz GmbH erhält Nachhaltigkeitspreis 2013 des Wirtschaftsforums Oberland

Mitunter ein Höhepunkt der Veranstaltung ist die Verleihung des "Nachhaltigkeitspreises" des Wirtschaftsforums Oberland. Der diesjährige Gewinner lautete Tyczka Totalgaz GmbH aus Geretsried. Mit beispielhaften Engagement für die Mitarbeiter und soziale Institutionen, installierten Photovoltaikanlagen auf dem Betriebsgelände und vorbildlicher ökonomischer Nachhaltigkeit setzte sich das Unternehmen bei den Juroren des Wirtschaftsforums Oberland gegen die Mitwettbewerber durch. 

Franz Alt erklärt auf der Klausurtagung in Benediktbeuern "Nachhaltig Wirtschaften im Oberland" warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht!

Der krönende Abschluss des Tages bestand ohne Zweifel aus dem Vortrag des bekannten, ehemaligen ARD-Moderators Dr. Franz Alt. Voller Leidenschaft für die Energiewende und das "Solarzeitalter" zeigte der 75-Jährige auf, wie er sich hautnah auf seinen Reisen rund um den Globus von Wissenschaftlern die Folgen des Klimawandels erklären ließ und warum Öl aus weltpolitischer Sicht einer der Hauptgründe für Kriege sei. "Wir verbrennen heute an einem Tag so viel Öl, Gas und Kohle, wie die Welt in einer Million Tage angesammelt hat. Eins zu einer Million Mal verbrennen wir jeden Tag die Zukunft unserer Enkel. Sie werden uns verfluchen - aber nichts ändert sich!", mahnte der renomierte Politikwissenschaftler weiter. Doch die Energiewende läge in unserer Hand und Deutschland könne als hochtechnologisiertes Land Vorreiter in der Verknüpfung zwischen Ökonomie und Ökologie sein, meint Alt. "Von den sechs erneuerbaren Energiequellen sind wir Deutschen bei dreien bereits technologischer Weltmarktführer: Sonne, Wind, Biogas und jetzt kommen noch Speichermöglichkeiten hinzu" schwärmt der mehrfache Buchautor. Die Zuhörer dankten für den Vortrag mit lautem Beifall und Standing Ovations. 

Abschluss der Veranstaltung bildete das nachhaltig gestaltete Buffet mit Zutaten aus der Region, welches den Teilnehmern die Möglichkeit bot die Themen des Tages weiter zu vertiefen. 

  • Landrat Josef Niedermaier eröffnet die 5. Klausurtagung

  • Dr. Franz Alt auf der 5. Klausurtagung "Nachhaltig Wirtschaften"

  • Josef Rother (GEFAK) bei seinem Vortrag zur "Pendlerstation"

  • Wirtschaftsförderer Andreas Roß bei der Eröffnung der Klausurtagung

  • Preisübergabe an Tyczka Totalgaz

  • Prof. Reinhold Krämmel (Wirtschaftsforum Oberland)

  • Prof. Dr. Wolfgang Seiler (Energiewende Oberland) bei der Eröffnung der Klausurtagung