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Bürger aus Schongau, Weilheim und Holzkirchen werden für starke Leistung im Bereich Solarenergie ausgezeichnet

v.l.n.r. Prof. Dr. Wolfgang Seiler (Energiewende Oberland), Josef Höß (Bgm. Holzkirchen), Karl-Heinz Gerbl (Bgm. Schongau), Ingo Remesch (2. Bgm. Weilheim), Manfred Zäh (Energiewende Oberland)

v.l.n.r. Prof. Dr. Wolfgang Seiler (Energiewende Oberland), Josef Höß (Bgm. Holzkirchen), Karl-Heinz Gerbl (Bgm. Schongau), Ingo Remesch (2. Bgm. Weilheim), Manfred Zäh (Energiewende Oberland)

Energiewende Oberland vergibt Solarstrompreis an drei Kommunen für den höchsten Zubau an installierter Solarenergie-Leistung im EWO-Gebiet (MB, TÖL, WM)

Weilheim/Penzberg. In Sachen Solarstrom sind die Schongauer Spitzenreiter. Bereits 70 Prozent ihres Eigenbedarfs können die Bürger daraus decken. Auf Platz zwei liegt Weilheim, gefolgt von Holzkirchen. Für diese Leistung zeichnete die Bürgerstiftung Energiewende Oberland die beiden Städte und die Gemeinde am Freitag im Rathaus Weilheim mit dem Solarstrompreis 2012 aus.

Trotz politischer Diskussionen und baurechtlicher Hürden: Schritt für Schritt kommen die Landkreise der Bürgerstiftung „Energiewende Oberland" (EWO) ihrem Ziel immer näher: Sich bis zum Jahr 2035 mit eigener Energie versorgen zu können. Die Entwicklung ist immens. Das zeigte auch die Vergabe des Solarstrompreises am Freitag im Rathaus Weilheim. Die Bürgerstiftung zeichnete die Städte und Gemeinden aus, die den größten Zubau an Photovoltaik-Anlagen im Jahr 2012 vorweisen können.

„Diese Veranstaltung zeigt, wie groß das Potenzial der Solarenergie ist", erklärte EWO-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Wolfgang Seiler. Die Zahlen sprechen für sich: In den Landkreisen der EWO - Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau - wurden im vergangenem Jahr 1347 neue Photovoltaik-Anlagen errichtet.

Im Ranking gibt es einen „haushohen Sieger", erklärte Manfred Zäh aus dem Fachbereich Solarenergie bei der Bürgerstiftung. Die Stadt Schongau hat ihre Photovoltaikleistung 2012 um 8.178 kWp (Kilowatt-Peak) erhöht. Insgesamt können damit 70 Prozent des Strombedarfs der Haushalte gedeckt werden. Der Beitrag für den Umweltschutz ist ebenfalls beträchtlich: 6990 Tonnen CO2 werden dadurch eingespart, das entspricht 560 Kilogramm pro Bürger. Nicht ganz unumstritten waren die Großprojekte, die Schongau im Endspurt zum Sieger machten, erklärte Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl. Einige Bürger sahen in den Freiflächen-Photovoltaikanlagen eine „Verschandelung der Landschaft". Kritik gab es auch von Seiten der Bauern, da das Grünland nicht mehr landwirtschaftlich nutzbar ist. „Es ist aber auch unsere Aufgabe, dass wir den Bürgern sagen, dass man bestimmte Dinge in Kauf nehmen muss, um große Ziele, also die Energiewende, zu erreichen."

Den zweiten Platz hinter Schongau nahm der zweite Bürgermeister von Weilheim, Ingo Remesch, sportlich. „Das ist ein Ansporn für uns", sagte er. Es sei bereits eine Freiflächenanlage geplant, die in diesem oder im nächsten Jahr verwirklicht werden kann. Unabhängig davon ist in Sachen Energiewende einiges im Gange. Ein Geothermie-Projekt befindet sich in der Planung. In den nächsten Monaten würden die Ergebnisse darüber erwartet, wann die Bohrungen beginnen können, so Remesch.

Doch bereits jetzt haben die Bürger in Weilheim in Sachen Solarenergie bereits einiges erreicht. So wuchs die Photovoltaik-Leistung im Jahr 2012 um knapp 3 MWp. Damit können etwa 30 Prozent des Strombedarfs der Haushalte gedeckt werden. 4956 Tonnen CO2 sparen die Weilheimer damit ein, auf jeden Bürger umgerechnet sind es 0,23 Tonnen.

Die Marktgemeinde Holzkirchen belegt Platz drei. „Das ist zum größten Teil den Bürgern geschuldet", sagte Bürgermeister Josef Höß. Die Gemeinde selber habe kaum selber Anlagen gebaut. Das Problem: Seit sechs Jahren ist Holzkirchen mit der Planung einer Geothermie-Anlage beschäftigt. Wegen neuer politischer Entwicklungen steht das Projekt auf der Kippe. Denn noch ist nicht klar, ob die bisher gültige Einspeisevergütung bestehen bleibt oder nicht. Bei einem 70 Millionen Euro teuren Projekt ein zu großes Risiko.

Durch das hohe Engagement der Bürger hat sich in Holzkirchen aber bereits einiges in Sachen Solarenergie getan. 2012 wurden zusätzlich 1,52 MWp installiert. 26 Prozent ihres Strombedarfs können die Haushalte damit decken. Pro Bürger werden 0,21 Tonnen und insgesamt mehr als 3000 Tonnen CO2 eingespart.