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Schwerpunkt Wasserkraftnutzung bei Sitzung der EWO-Kreisgruppe MB in Kreuth

Schwerpunkt Wasserkraftnutzung bei Sitzung der EWO-Kreisgruppe MB in Kreuth
EWO-Gruppe im Landkreis Miesbach
Holzkirchen, den, 28.9.13


Nach der Sommerpause  setzte die Landkreisgruppe ihre `Energietour` am 23. September  im Hotel zur Post in Kreuth  fort. 

Sprecher Werner Schmid begrüßte zur 11. Sitzung auch verschiedene Gäste, darunter Herrn 1. Bürgermeister Josef Bierschneider und Frau Gemeinderätin Maria Nachmann, Frau Veronika Weber vom Landratsamt und  einige interessierte Bürger.  Insgesamt nahmen 18 Teilnehmer an der Sitzung teil.

Bürgermeister Bierschneider betonte in seinen Grußworten das gemeindliche Interesse  an der Nutzung der Wasserkraft, da im Gemeindegebiet einige  Bäche und Flüsse vorhanden seien.

Das Thema Wasserkraftnutzung wurde aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Der Otterfinger Maschinenbauingenieur Lothar Ruminy, der auch der Kreisgruppe angehört, sprach in seinem Referat vor allem die technischen Aspekte von Kleinstwasserkraftanlagen bis zu einer Leistung von 300 Kilowatt an. Bei der Beurteilung eines Fließgewässers ist vorab die Wassermenge, das Gefälle und die Abflussdauer grob abzuschätzen, um annähernd eine Aussage über eine energetische Nutzung treffen zu können. Bei einer Planung seien vor allem die wasserbauliche Ausführung und Belange des Umweltschutzes zu beachten. Nach behördlicher Bewilligung und Bau der Anlage, könne für den ins öffentliche Netz eingespeisten Strom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz mit einer Vergütung bis zu 12,7 Cent pro kWh gerechnet werden, sofern ein guter ökologischer Zustand des Gewässers vorhanden ist oder erreicht werde. Mit seinen eigenen Erfahrungen mit Umbau und Wiederinbetriebnahme einer Kleinstwasseranlage der Gemeinde Otterfing rundete Ruminy seinen Vortrag ab.

Der zuständige Sachbearbeiter im Landratsamt, Thomas Eisenburg schilderte den Verfahrensgang, wenn ein wasserrechtlicher Antrag auf Leistungserhöhung einer Wasserkraftanlage gestellt werde. Im Landkreis Miesbach würden kaum mehr neue Anlagen gebaut; in der Regel seien die Anträge auf Verbesserung der Anlage gerichtet. Im Verfahren sei eine Vielzahl von Stellen und Betroffenen anzuhören. Deshalb könne es schon erhebliche Zeit dauern, bis eine Bewilligung erteilt werden kann.

Siegfried Strillinger aus Kreuth er ergänzte das Thema Wasserkraftnutzung mit interessanten Praxiserfahrungen mit einer eigenen Anlage am Mühlbach , die früher als öffentliche Trinkwasserversorgung diente. 

Die Ausführungen der Experten zeigten, dass es auch bei reichlich vorhandenen Fließgewässern nicht einfach ist, diese energetisch unter Beachtung ökologischer Belange zu nutzen. Das vom Miesbacher Kreistag beschlossene Klimaschutzkonzept geht für den Landkreis bis zum Jahre 2035 davon aus, dass der Anteil der Stromerzeugung durch Wasserkraft von 7 % im Jahr 2009 auf später 12 %steigt. Ob dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann, hängt neben den beschriebenen technischen und ökologischen Gesichtspunkten davon ab, ob ein künftiges Einspeisegesetz ausreichend Anreize setzen wird.

Gruppensprecher Werner Schmid beschrieb anschließend in einer kurzen Präsentation, welche Bausteine für Gemeinden hilfreich sein können, damit sie ihren eigenen Weg zu einer erfolgreichen Energiewende finden und umsetzen zu können. So sei es sinnvoll, ein ganzheitliches Energiekonzept  bzw. einen Energienutzungsplan aufzustellen. Die Bausteine enthalten auch Hinweise, dass ein konsequentes Vorgehen der Gemeinde die Benennung eines Energiebeauftragten und von Energieverantwortlichen in gemeindlichen Einrichtungen verbunden ist. Auch die Bereitstellung eines Haushaltsbudgets für die Durchführung von Maßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit sollte die Energiewende begleiten.

Ausführungen von Hatrtmut  Romanski aus Holzkirchen zur Steuerungsgruppe Mobilität der Energiewende und ein kurze Nachbetrachtung der Umwelttage in Valley schlossen die Veranstaltung ab.