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EWO-Landkreisgruppe Miesbach setzt Energietour in Schaftlach, Gemeinde Waakirchen fort

EWO-Landkreisgruppe Miesbach setzt Energietour in Schaftlach, Gemeinde Waakirchen fort

Bei hochsommerlicher Hitze nahmen 23 Personen an der Sitzung der Kreisgruppe Miesbach am 17. Juni im Gasthaus Kramerberg in Schaftlach teil, darunter die beiden Bürgermeister Sepp Hartl und Erwin Welzmiller.

1. Bürgermeister sepp Hartl stellte die Gemeinde kurz vor und beschrieb einige (Teil)-sanierungsmaßnahmen an öffentlichen Einrichtungen, wie dem Rathaus. Erfreulich sei die Existenz einer Energiegenossenschaft mit etwa 80 Mitgliedern.

Der Sprecher der Landkreisgruppe, Werner Schmid, hält für das Gelingen der Energiewende im Landkreis intensive gemeinsame Anstrengungen aller Gemeinden, ihrer Bürger und der Bürgerstiftung Energiewende Oberland für unverzichtbar. Auf Landkreisebene wurde bereits ein Klimaschutzkonzept aufgestellt. Darüber hinaus sollt sich aber jede Gemeinden sollte sich realistische Ziele zur Umsetzung der Energiewende setzen und ein entsprechendes Konzept erstellen.

Gerhard Wagner aus Schaftlach stellte die Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im Jahr 2011 vor. Dabei wurde an die Haushalte ein Fragebogen verteilt, der z.B. Aussagen über Energieverbräuche sowie die Art der Heizungen enthielt. Die Auswertung ergab noch ein deutliches Übergewicht der Verwendung fossiler Brennstoffe. Herr Wagner, der sich seit viel en Jahren in der Gemeinde ehrenamtlich um die Themen Energiesparen und Einsatz erneuerbarer Energien kümmert, ging in der Geschichte des Energiesparens in der Gemeinde auch auf das bestehende Angebot der Energieberatung durch ein Ingenieurbüro aus dem Landkreis ein, das leider zu wenig genutzt werde.

Nahwärmenetze sind in Baugebieten häufig die Voraussetzung für eine nachhaltige, klimaschonende Wärmeversorgung. Der Landwirt Johann Pichler aus Krottental berichtete über seine Planungen für ein entsprechendes Netz, an das auch alle Gebäude des neuen Gewerbeparks Krottental angeschlossen werden. Vertraglich wurde für die versorgten Grundstücke eine Abnahmeverpflichtung festgeschrieben. Als Heizquelle dient ein Hackschnitzelkessel mit einer Leistung von 200 kW, die Spitzenlast soll über einen Ölkessel abgedeckt werden. Als Alternative dazu wird für die Zukunft auch der Einsatz einer Biogasanlage geprüft. In den Sommermonaten steht die Anlage still. Der (geringe) Wärmebedarf für Brauchwasser wird dann von den Anschlussnehmern selbst über thermische Solaranlagen und ausreichend dimensionierten Puffer gedeckt werden.

Florian Brunner von der Standortmarketinggesellschaft (SMG) des Landkrieses stellte die Ergebnisse der Unternehmensbefragung 2013 vor. Immerhin 69 Unternehmen (=25,7 %) sehen danach einen Bedarf für eine Energieberatung in ihrem Betrieb. Damit nahm das Thema immerhin Rang drei unter den genannten wichtigsten Themen einer Unterstützung des Betriebes ein. Angedacht ist, die Möglichkeiten einer Energieberatung für Betriebe im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung im Herbst vorzustellen.

Zum Thema Kleinwasserkraftwerke im Landkreis berichtete Veronika Weber, die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, über den Verfahrensstand. Das Landratsamt prüft in Abstimmung mit den Wasserwirtschaftsamt Rosenheim die vorhandenen Wasserrechte. Ziel sei es, möglichst viele stillgelegt Anlagen zu reaktivieren und bestehende in der Leistung zu ertüchtigen.

Die Energietour der Landkreisgruppe wird am 15. Juli mit einer weiteren Sitzung in Geitau, Gemeinde Bayrischzell fortgesetzt.