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EWO befürwortet Bau des Biomasse-Heizkraftwerks in Penzberg

Seit Herbst 2010 beschäftigt sich die Bürgerstiftung Energiewende Oberland mit dem geplanten Biomasse-Heizkraftwerk Penzberg. Aus Gründen des Klimaschutzes und der nachhaltigen Energieversorgung befürwortet die EWO dieses Projekt ausdrücklich.

Holznutzung hat im Oberland seit Jahrhunderten Tradition. Als nachwachsender Rohstoff kann es auch zum Ersatz für fossile und nukleare Energiequellen genutzt werden. Innerhalb der Bürgerstiftung Energiewende Oberland gibt es seit 2009 das Projekt Bioenergieregion Oberland, das sich für einen verstärkten, aber nachhaltige Verwendung der regionalen Bio-masse einsetzt. Während das Potenzial für die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach durch ein forstwirtschaftliches Gutachten 2010 ermittelt wurde, ist ein Gutachten für den Landkreis Weilheim - Schongau noch in Arbeit. Grundlage des Gutachtens sind regio-nale Daten aus der Bundeswaldinventur. Als Energieholz aus Privat - und Körperschaftswäl-dern wurde nur der Holzanteil als Energieholz betrachtet, der abzüglich der stofflichen Nut-zung und der Belange des Umwelt- und Landschaftsschutzes in den beiden Nachbarlandkrei-sen noch zur Verfügung steht. Diese Studie zeigt, dass eine Menge von 20 Mio. Liter Heizöl nachhaltig ersetzt werden könnte.

Die Biomasse, die für das Heizkraftwerk in Penzberg verwendet werden kann, stammt jedoch hauptsächlich aus anderen Stoffströmen. Vielmehr ist hier die energetische Nutzung von industriellen Resthölzern, Sägenebenprodukten und Landschaftspflegematerial geplant. Rest-stoffe also, die in herkömmlichen, ländlichen Heizwerken oder Kesselanlagen aufgrund feh-lender Abgasreinigungen nicht verwendet werden können. Diese Zusammenhänge wurden sowohl in den beiden Infoabenden, in den öffentlichen Stadtratssitzungen als auch im Fra-genkatalog ausführlich erläutert.

Intensiv wurden die wichtigen Fragen des Herkunftsradius und der Nachhaltigkeit diskutiert. Ebenso setzten sich Politiker aller Parteien sowie externe Fachleute seit langem mit anderen, regenerativen Energiepotenzialen im Umland auseinander. Nach dem derzeitigen technischen Stand sind die erforderlichen Temperaturen und Drücke für die im Nonnenwald geplante Anlage zur kombinierten Erzeugung von Prozessdampf und Ökostrom mit Geothermie, Sonne, Wind- und Wasserkraft nicht in vertretbarem Aufwand zu erreichen.

Bei der Frage, welche Ressourcen in Zukunft die Energieversorgung übernehmen sollen, müs-sen realistischerweise Herkunftsradius und Nachhaltigkeit der genannten Biomasse mit den bisher genutzten Energieträgern verglichen werden, die ersetzt werden könnten:

Welche Schäden entstehen durch Erkundung, Förderung, Transport und Verwen-dung von fossilen Energieträgern?

Wie ist die Stromversorgung des Oberlands nach planmäßiger Abschaltung der Atomkraftwerke zu sichern?

Bei der Entscheidung im Ratsbegehren am Sonntag, den 7.10.12 sollten diese Fragen im Vor-dergrund stehen. Am wichtigsten werden in Zukunft sicherlich vor allem die Einsparung von Energie und die Verbesserung der Effizienz sein. In Kombination mit einem ausgewogenen Energiemix entstünde in Penzberg mit diesem Kraftwerk ein wesentlicher und nachhaltiger Baustein zur Energiewende.

Ansprechpartner für Presse:
Andreas Scharli
scharli@energiewende-oberland.de
Telefon: 08856 80 53 6-20

Bürgerstiftung Energiewende Oberland
Am Alten Kraftwerk 4
82377 Penzberg