EWO als Projektpartner des internationalen Wasserstoff-Projekts für die Alpen (AMETHyST) in Südfrankreich

Am 8. und 9. März fand in Moûtiers in den südfranzösichen Alpen die Auftaktveranstaltung für ein internationales Wasserstoffprojekt zur Förderung der Energieeffizienz und Verringerung der Treibhausgasemmissionen in der Alpenregion statt. Das im Rahmen des Interreg Alpine Space Programme  der EU geförderte Programm mit dem Namen AMETHyST (A MultipurposE and Tran sectorial Hydrogen Support für decarbonized alpine Territories) soll dabei insbesondere in touristischen Gebieten nach Wegen suchen, diese zu einem von fossilen Energieträgern unabhängigeren und damit nachhaltigen Lebensstil zu entwickeln.

Der sensible Alpenraum hat durch die Schönheit seiner Landschaften, seiner unterschiedlichen Vegetationszonen und der traditionellen Nutzung durch die Alm- und Alpwirtschaft einen einzigartigen Charakter. Menschen aus nah und fern suchen Entspannung, Erholung und Kraft für den Alltag. Sowohl die Herausforderungen dadurch als auch der Transit von Personen und Gütern ist zu meistern.

Durch die bisherige massive Nutzung von fossilen Brennstoffen ist die „heile Welt“ der Alpen gefährdet. Alle Bewohner, Betroffene und sowohl wirtschaftliche als auch politische Entscheidungsträger suchen nach Lösungen. Dabei könnten grüne Wasserstofftechnologien ein Baustein für einen post-kohlenstoffhaltigen Lebensstil sein und lokale und regionale Energiestrategien und -pläne ergänzen. Es wäre ein Traum, in einem neuen Schritt und mit Hilfe von Wasserstoff CO2-neutrale Regionen aufzubauen und von diesen ausgehend den gesamten Alpenraum zu dekarbonisieren!

Hierzu arbeiten für AMETHyST neun Projektpartner aus Frankreich, der Schweiz, Italien, Slovenien, Österreich und Deutschland zusammen. Für die Bürgerstiftung Energiewende Oberland nahmen Stefan Drexlmeier (Vorstand) und Johann Groß (Teilprojektleiter) am 7. und 8. März an der Auftaktveranstaltung für AMETHyST in Moûtiers in den französischen Alpen teil.

Am ersten Tag fand ein erstes, persönliches Arbeitstreffen des Konsortiums statt. Nach der Begrüßung durch den Leiter der Energie- und Umweltagentur Auvergne-Rhône-Alpes (AURA-EE) Patrick Biard und einer Projektübersicht durch Etienne Viénot (Gesamtprojektleiter) wurden von Herrn Nuno Madeira (Kontrollbehörde) die Erwartungen an das mit rd. 1,35 Mio € ausgestattete Programm betont. Noch am Vormittag begann die Projektbesprechung mit den beteiligten Organisationen.

Als federführender Partner erläuterte Frau Noémi Bichon  (Aura-EE, Frankreich) den Umfang des Programms. Das Ziel besteht darin, Regionen im Alpenraum beim Aufbau grüner Wasserstofftechnologie und -anwendungen zu unterstützen. Ein hohes Potential wird dabei im Tourismussektor erwartet. Kapazitäten sollen gesteigert und die Handlungsfähigkeit der Behörden gestärkt werden. Hierzu wurde das Programm in drei Aufgabenbereiche gegliedert:

  • Transnationaler und lokaler Wissensaustausch über Wasserstoff
  • Erprobung und Unterstützung von Anwendungen für grünen Wasserstoff
  • Erarbeitung politischer Leitlinien für Behörden

Diese drei Bereiche wurden von den jeweiligen Koordinatoren im Detail erläutert. Aufgabe der Energiewende Oberland ist dabei unter anderem die Analyse für Wasserstoff in der Region Oberland und die Unterstützung des Wissensaustausches insbesondere durch Veröffentlichungen, Videos, Livestreams und interaktive Instrumente. Die Energie- und Klimaagentur von Podravja (ENERGAP - Slowenien) ist hierbei für alle Kommunikationsaktivitäten in der Hauptverantwortung.

Am Mittwochvormittag fand im Rahmen des Projektes eine erste Wasserstoffkonferenz für die breite Öffentlichkeit in der Stadthalle von Moûtiers statt. Welche politische Bedeutung das Thema hat, wurde dabei schnell deutlich. Neben dem Bürgermeister Fabrice Pannekoucke und Frau Catherine Staron - Präsidentin von AURA-EE – nahmen auffallend viele politische Entscheidungsträger an der Konferenz teil. Ebenso wurde die Möglichkeit zum Livestream genutzt. Zwei runde Tische mit internationalen Experten zu den Themen Wasserstoff in touristischen alpinen Gebieten, Erfahrungsberichte und Entwicklungsstrategien und Welche Perspektiven und welche Unterstützung haben Wasserstoffprojekte in Berggebieten fanden statt. Es wurden rege Gespräche mit den TeilnehmerInnen und Experten geführt und diskutiert. Am Nachmittag konnte eine Wasserstofftankstelle in Moûtiers besichtigt werden. Dabei bestand die Möglichkeit, nicht nur zwei wasserstoffbetriebene Autos, sondern sogar ein wasserstoffbetriebenes Fahrrad zu testen!

Impressionen vom Treffen: