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BR-Artikel: Weniger Beton, mehr Grün

Wie Hochwasserschutz gelingen kann

Abbildung 1

Jeder Kubikmeter versiegelter Boden ist ein Problem.
Einmal versiegelte Flächen können kein Regenwasser mehr aufnehmen. Umgekehrt nimmt naturbelassener Boden durch seine Schwammfunktion Niederschlag auf und gibt ihn ganz langsam wieder ab. "Auf einer Wiese verdunsten fast zwei Drittel des Regenwassers und rund ein Viertel versickert", sagt die Geographin Anne von Streit von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. So könne sich auch wieder neues Grundwasser bilden.

Doch wenn Regenwasser auf asphaltierten oder zugebauten Oberflächen rasch abfließt, ist die Kanalisation schnell überfordert. Das Wasser fließt dann wild im Straßenraum ab und überflutet Keller und Erdgeschosse. Das ist heuer in Bayern oft passiert. Hinzu kommt: Starkregen wird künftig häufiger auftreten. Das ist inzwischen Konsens in der Klimaforschung. Die Hochwasser-Gefahr durch Starkregen werde aber von vielen Kommunen unterschätzt.

Risiko richtig einschätzen - Verschiedene Maßnahmen ergreifen
In einem interdisziplinären Forschungsteam entwickelt Anne von Streit deshalb Sturzflut-Risiko-Karten für Kommunen im südlichen Oberbayern. Die beiden Pilot-Gemeinden Weilheim und Garmisch-Partenkirchen sollen ihr Überflutungsrisiko kennen, besonders, wenn neu gebaut wird. Dabei sei es wichtig, "Flächenvorsorge und eine wassersensible Siedlungsplanung" zu betreiben. Dazu gehört, zuerst die möglichen Überflutungszonen zu kennen, dort auf Neubauten zu verzichten oder mit erhöhten Hochwasserschutz-Maßnahmen zu planen.

Zu den Maßnahmen gehörten etwa natürliche Wasserspeicher, wie Grünstreifen, Mulden, begrünte Dächer und Fassaden sowie Parkplätze auf Schotter oder Rasengittersteinen. Außerdem könne man Anne von Streit zufolge auch im Bestand ansetzen und zum Beispiel Parkplätze und Höfe entsiegeln und in Schotter-Plätze umwandeln.

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