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EWO-Solarstrompreis 2018

Eschenlohe, Penzberg und Burggen haben gewonnen

Preisverleihung in Eschenlohe: EWO-Vorstandsvorsitzender Josef Kellner beglückwünscht Bürgermeister Anton Kölbl zum ersten Platz beim Solarstrompreis 2018

Preisverleihung in Eschenlohe: EWO-Vorstandsvorsitzender Josef Kellner beglückwünscht Bürgermeister Anton Kölbl zum ersten Platz beim Solarstrompreis 2018

„Deutschland lässt das fossil-nukleare Energiezeitalter hinter sich. Photovoltaik (PV) wird in unserer nachhaltigen Energiezukunft eine zentrale Rolle spielen.“ Was die aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts ISE prophezeit, setzen die Kommunen im Oberland bereits um, die den Solarstrompreis 2018 gewonnen haben: Eschenlohe, Penzberg und Burggen.

Mit dem Solarstrompreis prämiert Energiewende Oberland (EWO) die Kommunen, die im Vorjahr den größten Zubau an installierter Photovoltaik-Leistung verzeichnen konnten. Der Preis ehrt engagierte Kommunen für ihren Klimaschutz-Einsatz und soll gleichzeitig Anreiz sein, die Installation weiterer Anlagen zu fördern. Erstmals verlieh Energiewende Oberland den Solarstrompreis im Jahr 2009.

 

Preisträger-Kommunen 2018

1. Preis: Eschenlohe (Landkreis Garmisch-Partenkirchen)

2. Preis: Penzberg (Landkreis Weilheim-Schongau)

3. Preis: Burggen (Landkreis Weilheim-Schongau)

Datengrundlage für den EWO-Solarstrompreis sind die Meldungen an die Bundesnetzagentur, bei der alle neu errichteten Anlagen angegeben werden müssen. Um die Preisträger-Kommunen zu ermitteln, wertet die Fachgruppe Solarenergie der EWO jährlich die installierten PV-Anlagen in der EWO-Region aus: Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Weilheim-Schongau.

Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist im Jahr 2017 als vierter Landkreis zur Bürgerstiftung Energiewende Oberland dazukommen. Und bereits ein Jahr später belegt die zugehörige Gemeinde Eschenlohe den ersten Platz beim EWO-Solarstrompreis 2018. In der Gemeinde wurden im Jahr 2018 4 neue PV-Anlagen mit einer zusätzlichen Leistung von 2.468 kWp (Kilowatt peak = Maximalleistung) installiert. Davon trägt die große Freiflächenanlage an der A95 allein ca. 2.450 kWp bei. Ende 2018 waren damit 49 Anlagen mit insgesamt ca. 3.200 kWp am Netz, die etwa 120% des Strombedarfes der Haushalte in Eschenlohe decken – d.h. die Anlagen können mehr als den jährlichen Strombedarf der Haushalte der Gemeinde erzeugen. Dank PV-Anlagen konnte die Kommune ca. 1.400 Tonnen CO2 vermeiden. Aus Landkreissicht ist Eschenlohe mit seiner PV-Freiflächenanlage ein Vorbild für andere Kommunen, wie Klimaschutzmanager Florian Diepold-Erl bei der Preisverleihung betonte. Und nachdem Vertreter*innen der Gemeinde noch nach Landsberg fahren mussten, um sich vor Projektstart eine ähnliche Freiflächenanlage anzuschauen, freut sich auch Bürgermeister Anton Kölbl über die Pilotwirkung der Eschenloher Anlage im eigenen Landkreis.

Für die Stadt Penzberg begrüßt Bürgermeisterin Elke Zehetner, dass Nachhaltigkeit Aufmerksamkeit bekommt, wie mit dem zweiten Preis im Solarstrom-Wettbewerb. Für das Jahr 2018 liegt die Stadt nur knapp hinter dem Erstplatzierten mit 29 neuen PV-Anlagen und einer zusätzlichen PV-Leistung von 2.391 kWp. Ende 2018 waren damit 465 Anlagen mit insgesamt ca. 7.200 kWp am Netz, die ca. 26% des Strombedarfs der Haushalte in Penzberg decken und ca. 3.100 Tonnen CO2 vermeiden konnten. An den Start des Solarstrompreises als Bürgerpreis erinnerte bei der Verleihung Andreas Scharli, Energiemanager bei Energiewende Oberland. Aktuelles und prominentes Beispiel, wie Bürgerinnen und Bürger die Energiewende – zusätzlich zu Freiflächenanlagen – mit voranbringen können, ist Hans Mummert. Der Altbürgermeister installierte im vergangenen Jahr eine Photovoltaik-Anlage mit Stromspeicher und kann seither den Stromertrag über eine App mitverfolgen.

Die Gemeinde Burggen nutzt den Zubau von Photovoltaik gleich doppelt: Hier wurden im Jahr 2018 nicht nur 9 neue Anlagen installiert, sondern gleich 9 neue Gebäude errichtet. Auf den Dächern liefern Solarzellen eine zusätzliche PV-Leistung von 829 kWp. Und in den Gebäuden selbst haben Handwerks- und Gewerbebetriebe Platz. Ende 2018 waren mit dem PV-Zubau in Burggen 287 Anlagen mit insgesamt ca. 5.300 kWp am Netz, die 200% des jährlichen Strombedarfs der Haushalte in Burggen decken und ca. 2.300 Tonnen CO2 vermeiden konnten. Dass die Gemeinde den EWO-Solarstrompreis erhält, freut Bürgermeister Josef Schuster. Aber noch mehr begeistert ihn, dass sich die Gemeinde mit eigenem Solarstrom versorgen kann.

Die vier Landkreise im EWO-Gebiet steigerten 2018 die Gesamtleistung PV mit einem Zuwachs von 14,5 MWp auf insgesamt 276 MWp. Die Deckung des jährlichen Strombedarfs der Haushalte in der Region liegt damit bei 40%. Dabei wurden 2018 ca. 120.000 Tonnen CO2 eingespart. Kommunen wie Eschenlohe, Penzberg und Burggen sind vorne mit dabei, im kleineren und großen Stil Strom aus Sonnenenergie zu erzeugen und damit klimafreundliche erneuerbare Energie noch beliebter zu machen.

Ob die eigene Gebäudefläche für Photovoltaik-Anlagen geeignet ist, zeigt das Solarkataster des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen www.solarkataster-toelz.de . Hinweise zu Planung und Bau einer eigenen Solaranlage und wertvolle Links sind inbegriffen. Weitere gebäudescharfe Kataster für die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Weilheim-Schongau sind für Spätherbst 2019 geplant.