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100 Prozent Erneuerbare Energie im Oberland - Projekt INOLA zeigt Entwicklungspfade der Energiewende

100 Prozent Erneuerbare Energie im Oberland - Projekt INOLA zeigt Entwicklungspfade der Energiewende

Am 28.März präsentierte das gemeinsame Projekt INOLA der LMU und Energiewende Oberland im Rahmen des Klimafrühlings Oberland im Gasthaus in Bad Tölz erste Simulationsergebnisse, wie eine Versorgung des Oberlands basierend auf erneuerbaren Energien aussehen kann. 

Dabei wurden zwei Ausbaupfade und deren Auswirkungen auf die Region vorgestellt:

1. “Weiter wie bisher“ 
Im Pfad "Weiter wie bisher" wurde deutlich, dass ohne Veränderung der Zubau an erneuerbarer Energie auf Haushaltsebene sehr gering ausfällt und für größere Anlagen nahezu vollständig stagniert. Bei gleichzeitig steigendem Energieverbrauch bedeutet das, dass 2035 noch 35,7 % des Strom- und 45,8 % des Wärmebedarfs nicht aus regenerativen Quellen gedeckt werden könnten.
 

2. „Welcher Ausbau wäre bei dem heutigen Energiebedarf notwendig und welche Einsparpotentiale sind im Gebäudesektor vorhanden?“ 
Im zweiten Pfad wurde gezeigt, welcher Ausbau an erneuerbaren Energien notwendig wäre, um den heutigen Bedarf vollständig zu decken. Bei der Simulation wurde die Einschätzung zur Akzeptanz verschiedener Erneuerbarer Energien durch regionale Experten ebenso berücksichtigt wie das in der Region vorhandene naturräumliche Potenzial. Die enormen Anstrengungen, die hierfür im Bereich Photovoltaik (54,3 % Ausbau) und Windkraft (> 500 MW an Neuanlagen) nötig wären zeigen, dass ein Fokus allein auf diesen technischen Lösungen nicht ausreicht.
Auch im Bereich der energetischen Einsparung und beim Heizungstausch müsste die Region aktiv werden. Wie die Simulationen zeigen, besteht großes Einsparpotential im Bereich Gebäudeenergie – durch eine Verdoppelung der jährlichen Sanierungsquote sowie energieeffizienten Heizungstausch kann der Wärmeenergiebedarf bis 2035 stark gesenkt werden. Die Untersuchungen zeigen ferner, dass die jährliche Sanierungsquote mehr Einfluss auf den regionalen Gebäudeenergiebedarf hat, als eine Reduktion des Standards bei Neubauten und Renovierung. Außerdem wird deutlich, dass eine Konzentration auf Viertel/Quartiere mit Gebäuden mit hohem Energiebedarf (=Gebäude aus älteren Baualtersklassen) das höchste Einsparpotential bringt und zwingend nötig wäre.

In der anschließenden Diskussion waren sich alle einig, dass es einen Wertewandel in der Gesellschaft und dringend bessere politische Rahmenbedingungen für die Energiewende braucht, um das Ziel der vollständigen Versorgung durch erneuerbare Energien bis 2035 im Oberland zu erreichen.