ELCH Energiesparen leicht gemacht

Methodische und didaktische Heranführung an das Thema „Energiesparen“ in Städten und Gemeinden der Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen
Kurzfassung des Abschlussberichtes
In sechs Bausteinen wurden 2007 in acht Kommunen grundlegende Möglichkeiten der Energieeinsparung vermittelt mit dem Ziel, die Mitbürger/innen in Aktivitäten einzubinden und zur intensiven Mitarbeit zu motivieren.
Als wichtige Multiplikatoren des Energiebewusstseins, wurden Kinder der Grundschulen spielerisch eingestimmt, um Zusammenhänge zu erkennen und danach zu handeln.
Mittels modellhafter Berechnungen wurden ausgewählte Schulen auf Einsparpotenziale untersucht und die Ergebnisse den zuständigen Stadt- und Gemeindegremien zur Verfügung gestellt.
Nach Vorüberlegungen in der Fachgruppe Energieeinsparung hat die Tölzer Firma gesamtraum - konzepte für die region das Konzept ausgearbeitet und die Organisation durchgeführt. Mitglieder der Fachgruppen unterstützten das Projekt.
Für folgende Kommunen und deren Bürgerinnen und Bürger wurde das Projekt kostenfrei durchgeführt:
Landkreis Miesbach
- Fischbachau
- Gmund
- Kreuth
- Waakirchen
Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
- Geretsried
- Münsing
- Wackersberg
- Wolfratshausen.
DER PROJEKTABLAUF
Nachdem einige Gemeinden Ihre Zusage sehr schnell gegeben hatten, erforderte die Suche nach den restlichen Kommunen mehrfache persönliche Kontakte mit diversen Mandatsträgern.
Hier erwiesen sich die Paten/innen bzw. Patengemeinschaften als sehr hilfreich, die zum Teil mit erheblichem Zeitaufwand für alle acht Gemeinden gesucht werden mussten.
In zweimaligen Patentreffen wurden die Weichen für die Umsetzung des Projektes gestellt, wertvolle Anregungen aufgegriffen und in die Realität umgesetzt.
Die Vorstellung und Vorbesprechung in den einzelnen Rathäusern der teilnehmenden Kommunen gab den Bürgermeistern/in und Gemeinderäten/innen nochmals die Gelegenheit sich intensiv mit dem Aufbau und den Inhalten des Projektes ELCH vertraut zu machen.
In der Folge ergingen schriftliche Einladungen an die beiden Landräte, Bürgermeister/in, Vertreter kommunaler Gremien, Honoratioren, an die Vorstände aller örtlichen Vereine und Verbände, Bezirkskaminkehrermeister, sowie an Vertreter/innen der Schulbehörden und Grundschulen.
In der örtlichen Presse wurde intensiv auf die Veranstaltungen hingewiesen, was auch zu ausführlichen Berichterstattungen in den lokalen Pressemedien führte.
BAUSTEIN 1
Auftaktveranstaltung - „Kennen lernen“
Bei den Auftaktveranstaltungen wurde auf nachfolgende Punkte besonderer Wert gelegt:
- Vorstellung des Projektes
- Erläuterung der Struktur und Ziele der Bürgerstiftung
- Vorstellung der Paten/in und deren Funktion als örtliches Bindeglied zwischen Gemeinde und Bürgerstiftung
- Darstellung der allgemeinen energetischen Situation
- welche Aktivitäten sind in der Kommune in Bezug auf Energie vorhanden?
- wo drückt den Bürger der Schuh?
- Auswahl aus ca. 10 Themenbereichen für die nächste Veranstaltung durch die Anwesenden
- Einstimmung auf die folgenden Veranstaltungen
- gegenseitiger Vertrauensaufbau
Das behutsame Vorgehen und die vielfältigen Möglichkeiten zur Mitgestaltung wurden mancherorts mit Erstaunen aufgenommen, führten jedoch anfangs nicht zum erwarteten Dialog. Man hatte eigentlich ’Vorgesetztes’ erwartet.
Nachdem die Vielzahl der unterschiedlichen Projektbausteine wiederholt dargestellt und auf die Kostenfreiheit für Bürger und Kommune deutlich hingewiesen wurde, stellte sich doch allgemeines Interesse für Energiefragen ein.
Allerdings blieb die Erkenntnis, bei nachfolgenden Auftaktveranstaltungen eine Vielfalt an Themenvorschlägen schriftlich vorlegen zu müssen. Das vorbereitete, breite Themenangebot sorgte vielerorts für eine aufgelockerte Atmosphäre und eine verstärkte Diskussionsbereitschaft.
8 Auftaktveranstaltungen mit insgesamt 125 Teilnehmern
BAUSTEIN 2
Informationsveranstaltung - „Energiesparen leicht gemacht“
Nach ausgiebigen Diskussionen im Baustein 1 kristallisierten sich acht Themenkreise heraus.
Themen wie ‚Energiesparend leben - gemeinsam handeln’ und der ‚Besuch einer Energiespar-Gemeinde’ fanden keine Resonanz. Bodenständige Themen wurden bevorzugt.
Fachreferenten waren Architekten, Ingenieure, Bezirkskaminkehrer- und Handwerksmeister.
Einladungen wurden an den gleichen Personenkreis wie bei Baustein 1 versandt, darüber hinaus auch an alle Schülereltern der Grundschulen.
Pressemitteilungen und die entsprechenden -artikel ergänzten den Informationsfluss.
Bei den Informationsveranstaltungen bekamen die Bürger/innen weiterführende Erläuterungen zu den von ihnen ausgewählten Themen:
- Referenten vermittelten in Kurzvorträgen (30 - 60 min Dauer) Grundlagen zum Energiesparen
- in jeweils anschließenden Diskussionen erhielten Bürger/innen die Möglichkeit ihre Meinung zu äußern und Gelegenheit den Fachmann zu befragen
- auf den Baustein 3 wurde explizit hingewiesen und um Eintragung in eine Teilnehmerliste gebeten.
Bei ‚Heizen mit Holz’ (Referent: Bezirkskaminkehrermeister), als regional vielfach praktizierte Anwendung, wurden Fallbeispiele der täglichen Praxis herausgestellt, die so manchen Zuhörer in Erstaunen versetzten. Jahrelange Gewohnheiten mussten überdacht, Erkenntnisse konnten neu umgesetzt werden.
Sehr dankbar zeigte sich die Zuhörerschaft bei ‚Energiepass aktuell’ (Referent: Architekt). Die von Bürgern geäußerten Unsicherheiten, hervorgerufen durch vielschichtig verbreitete Hiobsbotschaften, konnten beseitigt werden. Die dementsprechende Aufklärung war dringend notwendig.
Dass die Themen ‚Dämmung, Schimmel, Gebäudesanierung’ (Referenten: Architekten und Ingenieure) eng miteinander verbunden sind, wurde mit eindrucksvollen Bildern belegt.
Zur richtigen Reihenfolge der Sanierungsmassnahmen, der Möglichkeiten des Heimwerkers und der notwendigen professionellen Ausführung konnten praxisnahe Ratschläge erteilt werden.
Etwas Besonderes waren die aus dem ‚Alltag eines praktizierenden Energiesparers’ vorgetragenen Tipps. Diese Ratschläge wurden in ihrer authentisch vermittelten Art stets das Highlight des Abends.
8 Informationsveranstaltungen mit 24 Fachreferaten und insgesamt 159 Teilnehmern
BAUSTEIN 3
Initial-Beratung - „Bürgerberatung individuell“
Die Paten/in traten bei der Vorbereitung und Abklärung der Interessenslage für die Initial-Beratung voll in Aktion.
Bei der Informationsveranstaltung und in den Rathäusern der einzelnen Kommunen wurden Eintragungslisten aufgelegt.
Die Termine der Initial-Beratung wurden mit den einzelnen Bürgern/innen und den Beratern persönlich abgestimmt.
Die kostenlose Initialberatung - ‚Bürgerberatung individuell’ wurde von Bezirkskaminkehrermeistern und einem Fachgruppenmitglied (Energieberater) durchgeführt:
- die Interessenten brachten die zur Beratung notwendigen Unterlagen mit
- Gespräche wurden je nach individueller Situation geführt
- Fördermöglichkeiten erläutert
- die Dauer von 30 min für eine Initial-Beratung erwies sich als ausreichend
- der Wunsch nach weiterführender Beratung durch den jeweils anwesenden Fachmann wurde vielfach geäußert
- eine kostenpflichtige Vor-Ort-Beratung konnte in einigen Fällen vereinbart werden
Die Teilnahme an der Initialberatung beruhte auf unterschiedlichster Motivation.
Beweggründe waren z.B.
- Einsicht in die Notwendigkeit von energetischer Modernisierung
- Bestätigung für die Richtigkeit von bereits vorgenommenen Sanierungen
- Unsicherheiten wegen der komplexen Thematik
- Unverständnis über zu hohe Energieverbräuche (Strom, Heizwärme)
- Unklarheiten über die richtige Reihenfolge von Eingriffen in die bauliche Substanz
Durch intensive Einzelgespräche und Analysieren der vorgenannten Problematik konnten die Aktivitäten mancher Hauseigentümer/innen in effektivere Bahnen gelenkt werden.
Erstaunlicherweise war der Kosten-/Nutzenfaktor nicht immer die primäre Triebfeder.
24 Termine für Initial-Beratung mit insgesamt 65 Beratungen
BAUSTEIN 4
Schulen - „Basics für Schüler“
Vielbeschäftigte Pädagogen/innen, mit Bürokratie überhäufte Rektoren/innen, mit sehr viel Lehrstoff konfrontierte Grundschüler. Wie sollte unter diesen Voraussetzungen an der Schule vorgegangen werden?
Um die Schüler für das sehr umfassende Thema begeistern zu können, wurde auf deren Empathie und Gerechtigkeitssinn gesetzt.
Für die Durchführung dieses Bausteines konnte ein motivierender und erfahrener Fachpädagoge gewonnen werden.
Weitere Schritte, um sich der Institution Schule anzunähern
- ausführliche Projektbeschreibung an Rektoren/innen, Lehrkräfte und Schulämter
- Genehmigung durch Schulamtsdirektor/in
- persönliche Vorstellung des Projekts bei Schulleitung und Lehrkraft
- detaillierte Erläuterung des Ablaufes mit Schulleitung, Lehrkraft und Hausmeis-ter/in
- Besichtigung der örtlichen Gegebenheiten
- Durchführung eines Probelaufes in einer zusätzlichen Grundschule
Nach dieser doch sehr intensiven Vorbereitungsphase, konnte dieser Baustein starten:
- Vorbereiten der Energieverschwender
- Intensivunterricht durch einen Kunstpädagogen
- Energie-Rallye durch das Schulgebäude
- Zusammenfassung der entdeckten ‚Energieschleudern’ und Verteilung der Aufgaben für daheim
- Nachbereitung der Unterrichtsergebnisse und Hausaufgaben in den Grundschulen
- Vorauswahl der Schülerarbeiten für den Mal- und Schreibwettbewerb
9 Schulen mit insgesamt 233 Schülern und 17 Lehrkräften
Wie kam das Ganze an, hat sich der Aufwand gelohnt?
Eindrücke einer Lehrerin (Grundschule Wolfratshausen), in deren Klasse das Projekt durchgeführt wurde:
ELCH-Projekt in der 3. Klasse der Volksschule Wolfratshausen am 28.06.2007
Das Projekt ‚Energiesparen leicht gemacht’, an welchem ich mit meiner dritten Klasse teilnahm, bzw. teilnehme, hat mich als Lehrerin sehr überzeugt. Die Kinder erfuhren viele verschiedene Aspekte zum Thema Energie und Energiesparen, die im regulären Unterricht in dieser Intensität kaum vermittelt werden können.
Hr. Berger zog durch seine ruhige, souveräne Art und seine Fachkenntnisse die Schüler sofort in seinen Bann (eine willkommene Abwechslung zur gewohnten Lehrerin!). Er trug Fakten äußerst kindgerecht und anschaulich vor, so dass jeder Schüler erreicht wurde.
Den Erfolg des Projekts konnte man an der Motivation der Kinder während des Projekttages und vor allem danach sehen: Am nächsten Tag brachten einige Schüler auf eigene Initiative angefertigte Plakate mit in die Schule. Diese wollten sie im Schulhaus anbringen, um auch andere Klassen zum Energiesparen aufzufordern. Außerdem schlugen Kinder vor, eine Energiespargruppe zu gründen, die regelmäßig eventuelle Schwachstellen im Schulhaus kontrolliert.
Die mit Hr. Berger zusammen erarbeiteten Tipps zum Energiesparen zu Hause setzten viele Kinder noch am selben Tag um und erzählten dann in der Schule davon.
Den Schülern und mir hat das Projekt viel Spaß gemacht und auch ich habe nützliche neue Dinge gelernt!
Somit kann ich das Projekt anderen Schulen nur wärmstens empfehlen!
Michaela Fuchs, Lehrerin
Die intensive und konzentrierte Mitarbeit der Kinder wurde mit Filz-Elchen, Solarmodellen, Rainbow-Scheiben, Bienenaugen, Aufklebern und div. Informationsschriften belohnt.
Stimmen nach Besuch der 3. Klassen der Grundschulen:
...... durch Stromsparen sprang am Wochenende ein Familienausflug in ein Restaurant heraus ..... (Wackersberg)
...... die Energiesparmethoden der ‚Elche’ nehmen teilweise radikale Züge an, so wird schon mal einem großen Bruder während dem Duschen das Wasser abgedreht ..... (Wackersberg)
...... es gibt eine freiwillige Gruppenarbeit für ein Schild „MOTOR AUS“ ..... (Kreuth)
...... wegen der Verhaltensänderung wird Nachhaltigkeit gewährleistet, auch nach Wochen noch ist ein ausgeprägtes Energiesparverhalten erkennbar ..... (Geretsried)
...... eine Schülerin macht jeden Abend daheim Lichtdienst ..... (Elbach)
...... wir haben eine Energiespargruppe gegründet ..... (Wolfratshausen)
...... meine Eltern wollen keine Energiesparlampen einkaufen, aber ich werde mir selber welche für mein Zimmer anschaffen ..... (Elbach)
...... wir haben die Kinder als Multiplikatoren in andere Klassen gesandt ..... (Waakirchen)
BAUSTEIN 5
Initial-Beratung für eine „Energetische Untersuchung kommunales Gebäude einer Schule/eines Sportheims“
Als kommunales Gebäude kam nur eine dieser Grundschulen in Frage. Durch die energetische Kurzbewertung sollten die Kommunen ein nachvollziehbares Beispiel für Energiesparen erhalten.
Die anfallenden Betriebskosten, als erheblicher Teil des Kommunalhaushalts und die Möglichkeiten zur Reduzierung derselben, sollten transparent dargestellt werden.
Auf ausdrücklichen Wunsch einer Kommune hin wurde von der Beurteilung eines generalsanierten Schulgebäudes abgesehen, stattdessen ein in die Jahre gekommenes Sportheim ausgewählt.
Die Ausarbeitung der Grobbeurteilungen haben ausgewählte Energieberater übernommen. Diese Tätigkeit wurde mit einer Aufwandspauschale honoriert.
Diese kostenfreien ‚Gutachten’, wurden den Bürgermeistern/in zum internen Gebrauch überreicht.
Die für die Initial-Beratung für ein kommunales Gebäude ‚Energetische Untersuchung einer Schule/eines Sportheimes’ maßgebenden Kriterien wurden als Standard wie folgt vorgeschlagen:
- Grobuntersuchung der Gebäudehülle und der Anlagentechnik
- Abfragen verbrauchsrelevanter Daten und Planbeschaffung bei den Bauämtern
- Überschlägige Ermittlung des Heizungs- und Lüftungswärmebedarfes
- praktische und einfach durchführbare Verbesserungen
- Vorbereitung auf energetische Untersuchung weiterer kommunaler Gebäude
- Prioritätenliste erstellen
8 Initialberatungen für kommunale Gebäude
BAUSTEIN 6
Schlussveranstaltung „Resümee und Perspektive“
Für die Abrundung der sechsteiligen Veranstaltungsreihe wurden alle Teilnehmer/innen persönlich eingeladen. Dieser Abend sollte das Erlebte zusammenfassen und Raum für kritische Betrachtungen schaffen
Nach verschiedenen Gesichtspunkten wurden Daten der bisher erfolgten Veranstaltungen statistisch ausgewertet und für die Bekanntgabe vorbereitet.
Besonders wichtig war die Teilnahme von Schülern und Eltern, da diese im Laufe des Projektes eine wichtige Rolle hatten.
Für die Schlussveranstaltung sollten Antworten auf die folgende Fragen gefunden werden:
- war es gelungen, die Thematik ‚Energiesparen’ näher an die Bevölkerung zu bringen
- konnten beim Bürger Akzeptanz erzielt und Vertrauen aufgebaut werden
- hat die Bürgerstiftung an Bekanntheitsgrad gewonnen
- wie wurden die Erlebnisse der Schüler in ihren Familien verarbeitet
- hat ein gewisser Umdenkungsprozess stattgefunden
- welche Konsequenzen hat der Einzelne bereits gezogen
- wie geht es in der Kommune weiter
- kann die fruchtbare Zusammenarbeit mit den örtlichen Paten/in fortgesetzt werden.
Die starke Identifikation mit dem Projekt war vielerorts ersichtlich.
Schüler, Eltern und Lehrkräfte berichteten engagiert über ihre bereits vollzogenen Aktivitäten, Wortmeldungen kamen nun deutlich mehr als zu Beginn des Projektes.
Die an ELCH Mitwirkenden gaben offen Auskunft über ihre Erwartungen, Verbesserungen und künftigen Vorstellungen. Ein lebendiger Dialog war entstanden, die Barrieren überwunden.
Die von Mitgliedern der Bürgerstiftung gehaltenen Vorträge über die Kompetenzen und Tätigkeiten der einzelnen Fachgruppen (Nachwachsende Rohstoffe, Geothermie und Solarenergie) sorgten für weitere Aufklärung.
Für Abwechslung und Spannung sorgte bei den Kindern die Prämierung der im Baustein 4 gefertigten Schülerarbeiten.
Neben den ‚Gutachten für ein kommunales Gebäude’, wurde allen Kommunen (Bürgermeistern/in) als Erinnerung für die Teilnahme ein ELCH aus Ton überreicht.
8 Schlussveranstaltungen mit 9 Fachreferenten und insgesamt 167 Teilnehmern
ZUSAMMENFASSUNG
Der Drang der Schwellenländer ‚westlichen Standard’ zu erreichen ist unaufhaltsam. Der globale Verteilungskampf an Rohstoffen, Gütern, Energie und Wasser spitzt sich weiter zu.
In Gesprächen mit Mitbürgern/innen zeigt sich allerdings immer wieder, dass ein durchgreifender Wandel der Einstellung zur Energieproblematik nicht vollzogen wird.
Um Unglauben und Ignoranz entgegenzutreten, um Halbwissen mit wertvollen Fakten anzureichern, um über Tatsachen verständlich zu informieren, wurde das Projekt ELCH entwickelt und durchgeführt.
‚Energiesparen leicht gemacht’ - ELCH sollte hier den richtigen Einstieg ermöglichen.
Viele Mitbürger/innen persönlich zu informieren und zur Teilnahme einzuladen, Kontakte mit den Rathäusern zu pflegen, die Paten/in in Ihrer umfangreichen Tätigkeit zu unterstützen, Termine zu koordinieren - selbstverständliche Bestandteile einer effizienten Veranstaltungsplanung - erforderten bei acht ELCH-Kommunen einen im Vorfeld nie erwarteten zeitlichen Einsatz (ca. 2.600 Arbeitsstunden).
Die Durchführung einiger ‚Probeläufe’ in Kommunen des Tölzer Landkreises war sehr aufschlussreich für einzelne Module.
Es zeigte sich, dass es bei Veranstaltungen in Flächengemeinden sehr schwierig ist, die Mitbürger/innen für eine Teilnahme zu mobilisieren.
Besser ist es sicherlich, dieses Angebot auf mehrere dezentrale Örtlichkeiten zu verteilen.
Der im Projekt formulierte Grundsatz, Informationen in verständlicher Form und Sprache zu präsentieren, wurde von den Referenten umgesetzt. Komplizierte Formulierungen wurden bewusst nicht verwendet, die Mitbürger/innen wurden an der Basis abgeholt. Solche themenbezogenen Kurzvorträge dürfen nicht länger als 30 Minuten dauern.
Das intensive Eingehen des Energieberaters/der Bezirkskaminkehrermeister auf die energetischen Fragen und Wünsche der Hauseigentümer/innen ermöglicht auch Lösungsansätze in kurzer Zeit.
Diese Initial-Beratungen sollten Möglichkeiten für durchführbare Maßnahmen aufzeigen, detaillierte Energieberatungen im Anschluss erfolgen.
Der Umsetzung des Projektes ELCH an den Grundschulen kam der Lehrplan sehr entgegen. Die Themen ‚Strom, Wasser und Wald’ waren teilweise schon behandelt worden.
Hier mit einem Kunstpädagogen zu arbeiten, der für alle wissbegierigen Schüler ein offenes Ohr hatte, war bei Kindern und Lehrkräften eine willkommene Abwechslung zum Unterrichtsalltag.
Zielvorgaben, wie Einführung von Schülerdiensten, Weitergabe des Gelernten an Familie und Freunde und Verhaltensänderung, wurden spürbar umgesetzt.
Dies wurde von Kindern, Eltern, Hausmeistern/in und Lehrern/innen immer wiederberichtet und bestätigt.
Alle ‚begutachteten’ kommunalen Gebäude weisen ein erhebliches Defizit an energetischer Sanierung auf.
Bei dieser Initial-Beratung galt es, Erfordernisse und einfache Einsparmaßnahmen zu benennen.
Ob die Verbesserungsvorschläge auch in die Realität umgesetzt werden?
Nachhaltige Energiekonzepte (Gebäudehülle, Anlagentechnik und Energieform) sind für eine Kommune unerlässlich.
Eine Vielfalt an einschlägigem Informationsmaterial wurde zu allen Veranstaltungen aufgelegt und in eigens hierfür gefertigten Mappen verteilt.
Die Gemeinden erhielten jeweils ein Strommessgerät zur Weitergabe an energiesparinteressierte Mitbürger/innen.
Die von der Bürgerstiftung für ELCH angefertigten Informationsträger (Roll-ups) wurden von den Besuchern/innen gut angenommen.
Der wichtigen Rolle als Multiplikatoren zu fungieren, wurden die Schüler mehr als gerecht. Sicherlich war es nicht immer leicht Familie und Freunde vom Energiesparen zu überzeugen. Energiesparen dort anzusetzen, wo Begeisterung und Beharrlichkeit angesiedelt sind, bietet in höchstem Maße erfolgreiche Perspektiven.
Viele Gemeinden haben sich den Inhalten von ELCH nun weiter geöffnet, es wurden mittlerweile sogar Beschlüsse gefasst.
Beispiele hierfür:
- die Schaffung von Stellen für energetisch ausgebildete Techniker
- die Erstellung von Heizkonzepten für kommunale Gebäude (Nahwärmenetze)
- auf kommunalen Dächern entstehen Solaranlagen
Überzeugungsarbeit zu leisten, Erkenntnisse zu ermöglichen (die nicht immer über den Geldbeutel’ gehen müssen), generationsübergreifend zu handeln und das Zulassen ‚kleiner Schritte’ sind die richtigen und nachhaltigen Ansatzpunkte, denn
Energiesparen muss Kopfsache sein!
Stimmen zum Energiesparen
......als die Bürgerstiftung bei der Gemeinde angefragt hatte, habe ich nicht lange gezögert, das ist wichtig für eine Kommune, da ist es sinnvoll, das vom Rathaus aus zu machen
(Thomas Gründl, Pate und Kämmerer, Gemeinde Wackersberg)
......für das Sparen an Licht und Heizung, aber auch richtiges Lüften und vieles andere, wünsche ich mir je Verein einen Kümmerer, das gilt auch für Vereinsheime oder Treffpunkte in anderen Münsinger Ortsteilen...... Unsere Hausaufgaben sind bekannt, wir werden sie mit Rücksicht auf unsere Finanzen nach und nach abarbeiten
(Michael Grasl, Bürgermeister, Gemeinde Münsing)
......wir wollen erreichen, dass das Thema Energiesparen in einer Gemeinde genau so wichtig wird, wie etwa der Straßenbau
(Gerald Ohlbaum, Vorstand EWO)
......ich schaue, ob die Fenster geschlossen und die Heizungen abgedreht sind. Elektrische Geräte, die noch im Standby sind, schalte ich ab. Am liebsten würde ich abends um neun Uhr den Hauptstecker ziehen, dann geht nichts mehr! Ich habe aber den Schlüssel zum Schalterkasten noch nicht gefunden
(Michael Markl, 9 Jahre, Gemeinde Waakirchen - durch die Erziehung seiner Eltern und den Unterricht in der Schule für das Thema Energiesparen sensibilisiert)
......ich bin voll überzeugt davon und ich will, dass unter dem Strich etwas heraus kommt.
....wir dürfen nicht einfach auf die Energiewende warten, wir müssen die Sache selbst in die Hand nehmen. Wir haben die Erde von unseren Kindern geborgt
(Othmar Holzer, Pate, Gemeinde Münsing)
......das Interesse am Thema Energie ist in der Gemeinde aber nicht so groß. Das hat der spärliche Besuch bei der jüngsten ELCH-Veranstaltung der Energiewende bewiesen
(Georg Kellner, Bürgermeister, Gemeinde Wackersberg)
......es wäre sinnvoller, die Kinder würden lernen, den Klassenraum nach jeder Unterrichtsstunde zu lüften
(ein Gemeinderat, Gemeinde Wackersberg - bei der Vorstellung des ‚Kurz-Gutachtens’ für das Schulgebäude in Höfen und dem Vorschlag eine dezentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung einzubauen)
Wir danken für die ausführliche Berichterstattung den Medien
- Das Gelbe Blatt
- Der Kreisbote
- Der Leitzachtaler
- Gemeindebote / Kreuth a. Tegernsee
- Isarkurier
- Münchner Merkur
- 0`Sieben
- Süddeutsche Zeitung
- Unser Gemeindebote / Gmund a. Tegernsee
- Unser Gemeindebote / Waakirchen
Wir danken für die freundliche Unterstützung den Firmen und Einrichtungen
- Ahlborn Mess- und Regelungstechnik GmbH - Holzkirchen
- EON Bayern - Regensburg
- Ingenieurbüro EST EnergieSystemTechnik GmbH - Miesbach
- Leika Verlagsbüro - Moosham
- ORG-Delta GmbH - Reichenbach/Fils
- Rebele Karina Marketing - Geretsried
- Stiftung der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen - Bad Tölz
- Stöver Klas GRAFIKDESIGN WEBDESIGN FOTODESIGN - Lenggries
- Tyczka Totalgaz GmbH - Geretsried
- werbetechnik süd gmbh - Bad Tölz
und
- den Kindern und Lehrkräften der beteiligten Schulen
sowie
- den Mitarbeitern der kommunalen Verwaltungen
Ein besonderer Dank gilt den Projekt-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
Adldinger Wolfgang Wolfratshausen
Berger Axel Gaißach
Blutke Andreas Kochel am See
Brand Florian Miesbach
Breitfelder Thomas Straßlach-Dingharting
Brünner Michael Miesbach
Disl Thomas Waakirchen-Schaftlach
Dr. Böhner Horst Otterfing
Dr. Lecheler Stefan Bad Tölz
Dr. Schwarzfischer Peter Gmund
Drohmann Michael Warngau
Forster Katharina Münsing
Garrelts Ute Ludwigshafen
Gründl Thomas Wackersberg
Halemba Andreas Holzkirchen
Heydasch Joachim Geretsried
Hirschauer Anton Fischbachau
Holzer Othmar Münsing
Jäger Roland Rott am Inn
Jaki Helmut Gmund
Kaiser Andreas Gmund-Dürnbach
Kerausch Wolfgang Gmund
Kraus Renate Bad Tölz
Lechner Josef Fischbachau
Martin Thomas Wolfratshausen
Mattner Thomas Bad Wiessee
Meusisch Achim Bad Aibling
Ohlbaum Gerald Sachsenkam
Pallauf Paul Otterfing
Pelz Alena Geretsried
Pichler Johann Waakirchen
Raschke Martina Wolfratshausen
Rauh Karlheinz Wolfratshausen
Regul Willibald Otterfing
Rieger Kerstin Stuttgart
Roedel Kristina Weissach
Schmid Johann Gmund
Schreyer Karl Hundham
Simmet Daniel Rottach-Reitrain
Singhammer Sepp Wackersberg
Stevens Florian Dietramszell
Wagner Gerhard Waakirchen-Schaftlach
Wolfseher Arthur Geretsried
