IPPNW kritisiert Solarkürzungen
"Anschlag auf den Volkswagen der Energiewende" Quelle: www.ippnw.de
(31.05.2011 16:43 Uhr)"Anschlag auf den Volkswagen der Energiewende"
IPPNW kritisiert geplante Entschleunigung des Photovoltaik-Ausbaus /
Union und FDP ignorieren Empfehlungen der Ethikkommission
Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW kritisiert den Beschluss von
Union und FDP zur drastischen Kürzung der Solarförderung als "Anschlag
auf den Volkswagen der Energiewende". Medienberichten zufolge sollen die
Vergütungssätze für die Photovoltaik noch stärker abgesenkt werden als
von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) ohnehin schon geplant war.
Statt den Ausbau der Photovoltaik als Ersatz für Atomkraftwerke zu
beschleunigen, plant die Bundesregierung ein regelrechtes
Bestrafungssystem zur Entschleunigung des Zubaus: So sollen die
Vergütungssätze für im Jahr 2012 gebaute Anlagen umso stärker gesenkt
werden, je mehr Kapazität insgesamt neu entstehen wird.
"Das Motiv ist klar: Die Photovoltaik ist die Energiequelle der
Bürgerinnen und Bürger und den großen Energiekonzernen deswegen seit
jeher ein Dorn im Auge, weil ihnen dadurch das Geschäft entgleitet", so
IPPNW-Energieexperte Henrik Paulitz. "Und es gibt natürlich einen
eindeutigen Zusammenhang zwischen dem politischen Willen, den Ausbau der
Solarenergie in Bürgerhand zu verlangsamen und dem Interesse der
Atomindustrie, ihre Konvoi-Atomkraftwerke möglichst noch bis zum Jahr
2022 oder auch darüber hinaus als Gelddruckmaschinen betreiben zu können."
Mit diesem Anschlag auf die Photovoltaik begibt sich die
Regierungskoalition in Widerspruch zu der von ihr eingesetzten
Ethikkommission. Diese stellte in ihrem Abschlussbericht vom 30. Mai
fest, die Photovoltaik werde von vielen Menschen gewünscht und
betrieben. Die Kommission plädiert für eine starke Rolle der
Photovoltaik in Verbindung mit dezentralen Energiespeichern und betont
ausdrücklich die Vorteile einer dezentralen Energiewirtschaft: "Im
Hinblick auf die Dezentralisierung sind Techniken wie die Photovoltaik
gegenüber zentralen Einrichtungen im Vorteil, weil sie mehr
Vernetzung (Retinität) erlauben und diese in aller Regel
fehlerfreundlicher und regelbarer als zentrale Großanlagen sind. Die
Vernetzung von Technologien birgt neue Möglichkeiten zum korrigierenden
Eingriff und zur Vermeidung von Irreversibilitäten."
"Man weiß schon seit mehr als 30 Jahren, dass die Photovoltaik neben der
Windenergie an Land eine der wichtigsten Säulen der Energiewende ist.
Hinzu kommt, dass sich die Photovoltaik erwartungsgemäß zur wichtigsten
Nebenerwerbsquelle der Bevölkerung entwickeln kann", so Paulitz. "Die in
der Energiewirtschaft Jahr für Jahr umgesetzten Milliardenbeträge
fließen mit größter Wahrscheinlichkeit dann zu den Verbrauchern wieder
zurück, wenn ein Großteil von ihnen mit Hilfe der Photovoltaik auf
Dächern und Gebäudefassaden selbst zu Stromerzeugern wird. Die
Photovoltaik ist vermutlich der wichtigste Baustein für eine
perspektivisch preiswerte und insofern sozial verträgliche
Energiewirtschaft. Diese jetzt zu beschneiden ist skandalös."
Quelle: http://www.ippnw.de/startseite/artikel/27c7e2a32f/anschlag-auf-den-volkswagen-der-ene.html
