Nachhaltige Mobilität im Oberland

Mobilität ist Voraussetzung für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft. Sie ist ein wichtiger Faktor in unserem Leben, sei es für den Weg zur Schule, zur Universität, zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Liefern oder in die Freizeit zum Baden oder Bergsteigen. Dabei bewegen wir uns auf verschiedene Weise: zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bus, mit S-Bahn, Eisenbahn oder mit dem Auto. Obwohl in den letzen Jahren bereits viele Verbesserungen im Netz des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) umgesetzt wurden, wird der Autoverkehr auch in Zukunft weiter steigen. Dies ist vor allem in der steigenden Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner sowie der Arbeitsplätze, aber auch durch den stärker werdenden Wirtschaftsverkehr sowie Freizeit- und Einkaufsverkehr begründet.

Mehr Verkehr ist auch mit zusätzlichen sozialen, ökonomischen und ökologischen Belastungen - Flächenverbrauch, Schadstoffemissionen, Klimabelastung, Lärm, Unfälle, Kosten - verbunden. Ebenso werden Qualitäten wie Stadt- und Dorfgestalt, Landschaftsbild und Aufenthaltsmöglichkeiten beeinträchtigt.

  • Knapp ein Fünftel des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2)-Ausstoßes in Deutschland geht vom Verkehr aus. Der verkehrsbedingte Ausstoß von Luftschadstoffen ist in den vergangenen Jahren durch die Einführung des Katalysators, durch höhere Kraftstoffqualitäten und bessere Antriebstechniken gesunken. Vor allem die verschärften EU-Luftschadstoffgrenzwerte für neu zugelassene Kraftfahrzeuge haben deutliche Emissionsminderungen bewirkt und versprechen auch künftig weitere Entlastungen.
  • Auch gehen von den Verkehrswegen – Straßen und Schienen – Umweltbelastungen aus: Sie nehmen erhebliche Flächen in Anspruch, zerschneiden Landschaften, verringern Erholungsmöglichkeiten und beeinträchtigen natürliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Der Anteil unzerschnittener, verkehrsarmer Räume, die für Artenvielfalt und Naturschutz eine wichtige Rolle spielen, geht weiter zurück.
  • Ein großer Teil der Bevölkerung ist tagsüber und auch nachts mit verkehrsbedingten Lärmpegeln belastet, bei denen das physische und soziale Wohlbefinden beeinträchtigt ist. Hauptverursacher ist der Straßenverkehr, auch der Schienengüterverkehr trägt zur Lärmbelastung – insbesondere nachts – erheblich bei.
  • Durch den sogenannten „demographischen Wandel“, d.h. einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft, werden weitere Herausforderungen an eine altersgerechte Mobilität (Versorgungs- und Teilnahmemöglichkeiten auch ohne Auto) gestellt.

Verkehr vermeiden, Verkehr vermindern, Verkehr verlagern

Alle Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung, -verminderung und zur -verlagerung auf umweltgerechte Verkehrsmittel müssen höchste Priorität haben.

Der Bereich Verkehr/Mobilität hat dabei einen wichtigen Stellenwert, da alle Bürgerinnen und Bürger an der mobil sein müssen, erhebliche Mengen Energie aufgewendet werden und der allergrößte Energiebedarf für die Verkehrsinanspruchnahme noch aus Öl gewonnen wird.

Elektromobilität als Chance

Grundprämisse für die Elektromobilität im Oberland muss sein, dass der Strom für elektrisch betriebene Fahrzeuge aus erneuerbaren Energien und am besten aus der Region stammt. Somit ergeben sich neben den Klimaschutzeffekten im Vergleich zu herkömmlichen fossilen Brennstoffantrieben auch Wertschöpfungseffekte.