Organisation

Ziele der Bürgerstiftung
Energiewende Oberland

Eine der größten umweltpolitischen Herausforderungen ist der Klimawandel mit seinen weitreichenden ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen. Dieser Herausforderung müssen wir uns auch in Verantwortung gegenüber den nachkommenden Generationen stellen und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung schaffen. Die wesentliche Ursache für den Klimawandel ist die Nutzung der fossilen Energieträger (Kohle, Erdgas, Erdöl) zur Erzeugung von Energie, bei dem das Treibhausgas Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben wird.

Genau hier setzt die Bürgerstiftung Energiewende Oberland an, indem sie nachhaltige Maßnahmen mit einem integrierten, ganzheitlichen Ansatz entwickelt, der das ökologisch Notwendige mit dem wirtschaftlich Vertretbarem und sozial Durchsetzbarem verbindet. Erneuerbare Energien sind zeitlich unbegrenzt verfügbar und werden dort erzeugt, wo sie gebraucht werden. Lange Transportwege verbunden mit hohen Kosten und Umweltproblemen werden vermieden. Demgegenüber verbleiben die Aufwendungen für die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern in der Region und erhöhen damit die Wertschöpfung, schaffen neue Arbeitsplätze und sichern die Zukunftsfähigkeit der Region.

Die Energiewende – eine zwingende Notwendigkeit

Die Hauptursache der Klimaerwärmung ist der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) und der damit verbundene Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre, der den Strahlungshaushalt der Erdatmosphäre gestört und zu einer globalen Temperaturzunahme von fast einem Grad Celsius innerhalb der letzten 150 Jahren geführt hat. Ein Blick in die Statistiken des weltweit größten Rückversicherers, der Münchner Rück, dokumentiert das Ausmaß der mit der Klimaänderung verbundenen Auswirkungen, insbesondere durch die Zunahme der Extremen Wetterereignisse.

Aufgrund dieser Ausgangslage besteht auf internationaler Ebene Einigkeit darüber, den weiteren Klimawandel auf maximal 2 Grad Celsius zu begrenzen, um die derzeit aus dem Klimawandel resultierenden und derzeit kaum abschätzbaren Rückkopplungsmechanismen und die damit verbundenen unvorhersehbaren Entwicklungen des künftigen Klimawandels mit den damit zusammenhängenden weitreichenden ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen zu vermeiden.

Kohlendioxid wird im Wesentlichen durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern (Kohle, Erdgas und Erdöl) zur Erzeugung von Energie erzeugt. Eine Limitierung des weiteren Klimawandels auf die angestrebten 2°C kann deshalb nur erreicht werden, wenn der Verbrauch von fossilen Energieträgern drastisch reduziert und durch Einsatz erneuerbarer Energien ersetzt wird. Dieser Wechsel ist auch zwingend erforderlich, weil die Vorkommen der fossilen Energieträger begrenzt sind, die Wertschöpfung durch den Import von fossilen Energieträgern im Ausland erfolgt und die nationale politische Unabhängigkeit bei einem ungebremsten weiteren Verbrauch der fossilen Energieträger gefährdet wird.

Die internationalen Vorgaben sehen vor, den weltweiten CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 um 50% gegenüber dem Wert aus dem Jahr 1990 zu reduzieren. Die Industrieländer müssen ihre CO2-Emissionen in diesem Zeitraum um bis zu 90% reduzieren, um den Entwicklungs- und Schwellenländern noch einen gewissen Entwicklungsspielraum einzuräumen. Die EU hat in einem ersten Schritt beschlossen, die Emissionen von Treibhausgasen (hier im Wesentlichen CO2) bis 2020 um 20 Prozent gegenüber dem Wert aus dem Jahr 1990 zu reduzieren. Die deutsche Bundesregierung ist sogar noch einen Schritt weitergegangen und hat eine Verringerung der Treibhausgasemissionen um bis zu 40% zugesagt.

Die Planungsregion Oberland mit den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Weilheim-Schongau haben sich ihrerseits zum Ziel gesetzt, bis 2035 unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden und damit eine Vorreiterrolle im Klima- und Ressourcenschutz einzunehmen. Dabei wird neben dem Einsatz der erneuerbaren Energien ein besonderes Gewicht auf die effiziente Energienutzung u.a. durch Nutzung neuester Technologien bzw. die Energieeinsparung durch intelligente Verwendung der Energie beigemessen.

Die aus der Energiewende resultierenden Herausforderungen sind durch den Beschluss der Bundesregierung, aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie auszusteigen, beträchtlich gestiegen. Dieses gilt insbesondere für den Freistaat Bayern, der in den vergangenen Jahren ca. 60% seines Stromverbrauchs aus der Kernenergie abgedeckt hat. Dieser Stromanteil muss CO2-frei bereitgestellt werden, wenn die Vorgaben aus dem Klimaschutz (-90% CO2-Emissionen bis 2050) eingehalten werden sollen. Daraus resultiert ein weiterer Druck auf eine effizientere Nutzung der Energie und einer umfassenden Nutzung der vorhandenen Potenziale der erneuerbaren Energien.