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Kommunale Energieagenturen in Bayern treffen sich zum Austausch in Penzberg

Kommunale Energieagenturen in Bayern treffen sich zum Austausch in Penzberg

Für erneuerbare Energien gibt es vielfältige,  auch wirtschaftlich tragfähige, Möglichkeiten. Jedoch scheitert der Ausbau von Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien, Energieeinsparung und verbesserte Energieeffizienz häufig an fehlenden Informationen. Um hier Abhilfe zu schaffen gibt es in Bayern die regionalen, kommunal-getragenen Energieagenturen. Diese stellen Informationen als neutrale Beratungsstellen bereit, schaffen Vernetzungen und bringen damit die Energiewende voran. Die bayerischen Energieagenturen haben sich im Verein Bayerische Energieagenturen e.V. zusammengeschlossen und treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und zur Abstimmung gemeinsamer Aktivitäten. Am 6.10.2017 war die Energiewende Oberland (EWO) Gastgeber für das Treffen der 11 beteiligten Agenturen.

Inhaltliche Schwerpunkte des Treffens waren zum einen Beleuchtungskonzepte, beispielsweise für die kommunale Straßenbeleuchtung. „Hier gibt es noch viel zu tun, aber auch große Möglichkeiten. Maßnahmen wie die Umstellung auf LED-Leuchten, am besten gleich in Verbindung mit programmierbarer Nachtabsenkung rentieren sich oft bereits innerhalb weniger Jahre und verbessern gleichzeitig die Beleuchtungsqualität in den Kommunen“ erläuterte Bärbel Zankl von der Energieagentur Ebersberg. Auch für andere Organisationen, beispielsweise Sportvereine mit Flutlichtanlagen oder Kirchen, gebe es viele Möglichkeiten, Energie und damit auch Geld im Bereich der Beleuchtung einzusparen. 

Als zweiter inhaltlicher Schwerpunkt wurde sich über Modelle und Möglichkeiten von Bürgerenergie unter den aktuellen gesetzlichen Bedingungen ausgetauscht. Wie Elisabeth Freundl von der EWO feststellte, mangele es nicht an Ideen für Projekte – und auch nicht an Menschen, die in erneuerbare Energien investieren wollen: „Die Frage ist, wie wir beides unter den derzeitigen Rahmenbedingungen zusammenbringen.“ Wie die Beispiele aus den verschiedenen Regionen zeigen, gibt es trotz Umstellung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes auf das Ausschreibungssystem und sinkender Vergütungen weiterhin Möglichkeiten für Geschäftsmodelle, wo einzelne Bürger direkt auch finanziell von der Energiewende profitieren können. Chancen werden beispielsweise in Eigenstrom- und Mieterstrommodellen, in gemeinschaftlich betriebenen Nahwärmenetzen oder in Kopplungen beispielsweise mit E-Mobilität gesehen.  

Die Vertreter der beteiligten Agenturen aus allen Teilen Bayerns zeigten sich überzeugt vom Mehrwert eines solchen Austauschs. „Hierdurch können wir auch eine gemeinsame Stimme entwickeln und die Erfahrungen aus den Kommunen als neutrales Sprachrohr in die Landespolitik weitergeben“, so Erich Maurer, Geschäftsführer der Energieagentur Nordbayern und stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Schon bald werden sie wieder zusammen treffen: Die Bayerischen Energieagenturen sind sowohl am 18. und 19. Oktober 2017 in Nürnberg auf der Messe Kommunale als auch am 6. November auf dem Bayerischen Klimaschutzkongress in München vertreten.