Die Lösung
Es bieten sich drei Lösungsstrategien an, die sich wechselseitig unterstützen:
Die Suffizienz
Wir müssen weniger Energie verbrauchen. Die Energieeinsparung muss Vorrang vor der Energieerzeugung haben. Die Entwicklung eines neuen Verantwortungsbewusstseins des Konsumenten steht an, ein allmählicher Wandel der Werte und Lebensstile ist erforderlich. Letztlich geht es um die Definition und Ausgestaltung eines neuen ökologischen Wohlstandsmodells.
Die Effizienz
Nicht nur technische Innovationen sind gefragt (wie Kraft-Wärme- bzw. Kraft-Kälte-Kopplung oder eine neue Generation von Erdgaskraftwerken) sondern auch organisatorische Weichenstellungen einer effizienten Energienutzung sind erforderlich. Man wird sich stärker an den lokalen Bedingungen und Möglichkeiten sowie am individuellen Bedarf des Verbrauchers orientieren müssen.
So kann man erneuerbarer Energien dort erzeugen, wo sie gebraucht werden, womit Verluste reduziert werden, die Abhängigkeit von Anderen entfällt weitgehend und Arbeitsplätze entstehen am Ort des Energieverbrauchs und nicht irgendwo auf dem Globus.
Die Substitution
Wir müssen auf erneuerbare Energien setzen:
- diese sind zeitlich unbegrenzt vorhanden,
- bei ihrem Verbrauch wird der Ausstoß klimaschädlicher Stoffe reduziert,
- sie können dort erzeugt werden, wo man sie braucht, so dass Übertragungsverluste entscheidend reduziert werden.
Ist die Atomenergie nötig?
Die Havarien in Three Mile Island, Tschernobyl und die Störfälle in Schweden, Deutschland und Frankreich sowie neuerdings die Katastrophe in Fukushima, haben deutlich gemacht, dass es keine absolut sicheren Atomkraftwerke gibt.
So hoch die Sicherheitsstandards auch sein mögen, menschliche Faktoren sowie unvorhersehbare Naturkatastrophen können niemals völlig ausgeschlossen werden, so dass immer ein erhebliches „Restrisiko“ verbleibt, das unkalkulierbar ist und auch keine nachhaltige Perspektive für diese Technologie zulässt. Hinzu kommen die weiterhin ungelösten Fragen der Endlagerung der radioaktiven Abfälle und das Risiko des Schwarzhandels mit atomarem Material zum Bau von so genannten schmutzigen Bomben.
Unter diesen Umständen befürwortet die „Energiewende Oberland“ den schnellstmöglichen, technisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich erreichbaren Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie zur Produktion von Elektrizität. Deutschland als eine der führenden Industrienationen muss sich dieser Herausforderung stellen. Dazu müssen bestehende Alternativen genutzt und geeignete Versorgungskonzepte unverzüglich umgesetzt werden.
Die Energiewende Oberland setzt dabei auf die dezentrale Stromerzeugung u.a. durch Kraft-Wärme-Kopplung und Einsatz regenerativer Energien, mit deren Hilfe die Wertschöpfung in der Region verbleibt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
