Unsere Vision
Die Menschheit steht an einem entscheidenden Punkt ihrer Geschichte. Wir erleben eine zunehmende Ungleichheit zwischen den Völkern und innerhalb der Völker, eine immer größere Armut, immer mehr Hunger, Krankheit und Analphabetentum sowie eine fortschreitende Schädigung unserer Ökosysteme, von denen unser Wohlergehen abhängt. Durch eine Vereinigung von Umwelt- und Entwicklungsinteressen und ihre stärkere Beachtung kann es uns jedoch gelingen, die Deckung der Grundbedürfnisse, die Verbesserung des Lebensstandards aller Menschen, einen größeren Schutz und eine bessere Bewirtschaftung der Ökosysteme sowie eine gesicherte, gedeihliche Zukunft zu gewährleisten. Das vermag keine Nation allein zu erreichen, während es uns gemeinsam gelingen kann, in einer globalen Partnerschaft, die auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet ist.
Die Nachhaltigkeit als Leitziel
Der Begriff stammt aus der Forstwirtschaft und besagt, dass aus einem Wald nur so viel Holz entnommen werden darf, wie nachwächst. Dieser Grundsatz muss künftig auch für alle Schätze unserer Erde gelten. Eine faszinierende Idee! Selten gab es in der konfliktreichen Geschichte der Umweltpolitik ein Ziel, das in den unterschiedlichsten Gruppen so große Zustimmung gefunden hat wie das der Nachhaltigkeit. Der Weg zu diesem Ziel wird beschwerlich sein, wir müssen ihn aber gehen. Und er verlangt, dass wir umlernen.
Für eine erfolgversprechende Umsetzung der Nachhaltigkeit ist wichtig, dass Ökologie, Ökonomie und Soziales in einer ausgewogenen Wechselwirkung stehen.
• Ökologische Nachhaltigkeit: Dieses Element orientiert sich am stärksten am ursprünglichen Gedanken, keinen Raubbau an der Natur zu betreiben. Ökologisch nachhaltig ist daher eine Lebensweise, die die natürlichen Lebensgrundlagen nur in dem Maße beansprucht, wie diese sich regenerieren.
• Ökonomische Nachhaltigkeit: Eine Gesellschaft darf wirtschaftlich nicht über ihre Verhältnisse leben, da dies zwangsläufig zu Einbußen der nachkommenden Generationen führen würde. Allgemein gilt eine Wirtschaftsweise dann als nachhaltig, wenn sie dauerhaft betrieben werden kann.
• Soziale Nachhaltigkeit: Ein Staat oder eine Gesellschaft sollte so organisiert sein, dass sich die sozialen Spannungen in Grenzen halten und Konflikte nicht eskalieren, sondern auf friedlichem Wege ausgetragen werden können.
Ein Lernprozess
Lernprozesse verlaufen bekanntlich langsam, sind widersprüchlich und konfliktbehaftet. Dies sollte man wissen, um nicht vorschnell entmutigt zu werden. Gesellschaftliche Konflikte sind an sich nichts Schlechtes und zu Vermeidendes. Im Gegenteil: die Modernisierung, Innovation und die Schaffung breiter gesellschaftlicher Akzeptanz wird nur dadurch ermöglicht, dass Konflikte ausgetragen werden können. Allerdings ist dabei ein hohes Maß an Kompromissbereitschaft der Beteiligten erforderlich, weil nur so dauerhafte Fortschritte errreicht werden können.
Ein neues Verhalten
Mittlerweile gibt es viele Gesetze und Verordnungen zur Reparatur und Vorsorge für unsere Umwelt. Kaum einer kennt sich noch aus. Für uns geht esin erster Linie darum, unser Verhalten zu verändern. Es muss uns bewusst werden, dass wir unsere Bedürfnisse nicht mehr auf Kosten kommender Generationen befriedigen können. Wir dürfen nicht länger auf Kosten anderer leben. Durch unser Handeln darf kein Schaden entstehen. Denn nur so kann es gelingen, unseren Kindern und Enkelkindern eine lebenswerte Welt zu übergeben.
Was bedeutet Nachhaltigkeit für die Bürgerstiftung Energiewende Oberland?
Die derzeit genutzten Energieträger sind weitgehend fossiler Art, sie sind nur mehr begrenzt verfügbar, es entstehen bei ihrem Verbrauch Schadstoffe und sie sind über die Erdteile ungleich verteilt.
Letzteres hat zur Folge, dass vom Ort ihrer Gewinnung bis zum Ort des Verbrauches eine Abfolge von Schritten erforderlich ist, die zum einen zu
- schwer lösbaren Energieketten und somit zu weiterer globaler Abhängigkeit führen
und zum anderen
- Verluste entstehen lassen, die in Anbetracht der Abnahme der Energieressourcen nicht mehr hinnehmbar sind.
Hingegen sind erneuerbare Energien zeitlich unbegrenzt verfügbar. Durch ihren Einsatz wird der Ausstoß von klimaschädlichen Stoffen reduziert und sie werden dort erzeugt, wo sie gebraucht werden. Somit werden die damit verbundenen Verluste verringert mit den Konsequenzen, dass die weltumspannenden Energieketten entfallen. Aufwendungen für die Energieerzeugung können am Ort des Verbrauches bleiben und ermöglichen neue Arbeitsplätze.
Die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Weilheim-Schongau streben an, im Jahr 2035 durch Energieeinsparungen sowie den erhöhten und alleinigen Einsatz von regenerativen Energien auf dem Energiesektor autark zu werden, d.h. sich selbst zu versorgen.
(Präambel der Satzung der Bürgerstiftung Energiewende Oberland)
Positionspapier zur Nachhaltigkeit
![]() | Was_bedeutet_Nachhaltigkeit.pdf Positionspapier | 212 K |

